Archiv | Oktober, 2011

Die süssen Klänge

30 Okt

„Nichts bereite dem Ohr mehr Vergnügen und bewege das Herz stärker als die blosse Melodie in ihrer edlen Klarheit, Einfalt und Deutlichkeit“. Johan Mathesson 1739

Rebekka Ott, Bild Stanislav Kutac

Rebekka Ott, Bild Stanislav Kutac

Models

Harfenspiel, Bild: Stanislav Kutac

In der Rokoko Zeit liebt man die feinsinnigen, oft tonmalerischen Miniaturen, deren besonderer Reiz in ihrer schlanken Kläglichkeit liegt, der durch einen rhythmisch biegsamen, inegalen Vortrag und „galant“ verzierendes Figurenwerk unterstrichen wurde: Musik die nicht durch Eindringlichkeit und Intensität packt, sondern auf vornehme Art unterhalten sollte…Mit den Werken von tellemann, Rust, Cuperin und Pescetti, haben Rebekka Ott und Rico Zela die Ohren des Publikums jedenfalls verwöhnt…

„Paradies in Boudoir“ – Musik, Literatur und Eros in Zeiten des Rokoko, Bild: Stanislav Kutac

Libertin

30 Okt

“ Solange man begehrt, ist man galant, jederzeit rege und zu allem bereit, Liebhaber von Kopf bis Fuss. Jede Stunde vergeht wie im Flug, selbst Leid erträgt man, nie’s genug…“

Ptrick und Barbara, Bild: Stanislav Kutac

Patrick und Barbara, Bild: Stanislav Kutac

„Und ist’s dann gescheh’n,  dann kann man ja geh’n. All die Versprechen, eben noch ins Ohr gehaucht, schon verbraucht. man schmollt, döst ein wenig, nichts ist mehr munter, so plumpst man träge vom Bett herunter.“ Anonym, L’ile du Mariage, Komische Oper 1733

Nach der Soirée,  Barbara und Patrick (Spitzenkragen aus St.Galler Spitze, Kreation „entre nous“), Backstagebild: Stanislav Kutac

Verbotene Früchte – Szenen der Rokoko Soirée „Paradies in Boudoir“

30 Okt
„Der Saal ist im Halbdunkel getaucht. Diskrete Hintergrundmusik von einem Cembalo und Harfe ist zu hören, ein anderes Mal leise Töne eines kleinen Orchesters stimmten auf ein ausgelassenes Gelage ein. Man sieht weder Diener noch Musiker. Manche der Häuser sind so konstruiert, dass sich um die Räume des Geschehens ein Ring von Zimmern gruppiert, von denen aus es keinen Zugang zum Innenbereich gibt – nur die Musik dringt hindurch. Und plötzlich sind in den dunklen Ecken des Saales merkwürdige Karyatiden zu sehen, schöne nackte Frauen stellen die Himmelsrichtungen dar, die auf ihren Häuptern grosse Körbe  mit seltenen Früchten tragen. Nun bewegen sie sich, stets bereit, jedem Gast in vorzüglichster weise dienstbar zu sein.“ ( Fragment der Lesung – „Frankreich zu Zeiten der Libertins“)

"Verbotene Früchte" - Krinoline mit Trauben, Kreation von Beata Sievi, Bild: Stanislav Kutac

Krinoline mit Trauben, Kreation von Beata Sievi, Bild: Stanislav Kutac

Barbara, Bild Stanislav Kutac

„Während jede Eroberung für einen Mann einen Sieg darstellt, so ist er für die Frau eine Niederlage. Was bleibe daher einer Frau übrig, als sich hinter einer Maske zu verbergen, um ihr Leben genießen zu können? ( Gefährliche Liebschaften – Choderlos de Laclos )

Verbotene Lektüre, Beata Sievi mit ihrer Models, Bild: Stanislav Kutac

„Um die Sinne anzustacheln, wird das Kerzenlicht noch ein wenig mehr zurückgenommen. Eine der Schönen präsentiert Laterna magica: anregende Bildchen von Giulio Romano zu den verfänglichen Texten von Pietro Aretin lassen schnell jegliches Schamgefühl vergessen.“

Verbotene Lektüre, Bild: Stanislav Kutac

Verbotene Lektüre, Bild: Stanislav Kutac

Domestiken und Ihr Treiben

30 Okt

„Die Sittsamkeit überwältigender Mehrheit der Domestiken scheint über jeder Verdacht erhaben, und gerade dieser Umstand lässt eine verbreitete Phantasie Blüte treiben: ist es nicht eine Grosstat und ein besonderer Genuss, wenn eine unerhörte Eroberung gelingt? Den mit jenen sich in allen Dörfern und Kleinstädtchen tummelnden hübschen Frauen die von ihrem Dasein als leichte Mädchen schon früh verbraucht wirken und dennoch stets ein Unschuld vom Lande spielen, ist nicht viel Staat zu machen. Viel prickelnder ist es doch sich um ein junges Hirtenmädchen zu bemühen, ein frisches, bäuerliches Ding, dass seine Tugend noch mit Ehrenbegriffen verbindet.“ ( “ Frankreich zu Zeiten der Libertins“)

Dienstmädchen in den Kostümen von Beata Sievi, Sürzen aus St.Gallerspitze, Bild : Stanislav Kutac

Zofen in den Kostümen von Beata Sievi, Hauben aus St.galler Spitze , Bild : Stanislav Kutac

Zofen in den Kostümen von Beata Sievi, Bild : Stanislav Kutac

Zofen in den Kostümen von Beata Sievi, Bild : Stanislav Kutac

Zofen in den Kostümen von Beata Sievi, Hauben aus St.galler Spitze , Bild : Stanislav Kutac

Zofen mit dem Libertin, Bild : Stanislav Kutac

In flagranti, Bild : Stanislav Kutac

Zurechtweisung des Dienstpersonals, Bild : Stanislav Kutac

Szenen der Soirée – Zofen und ihre Herrinen

30 Okt

„Eine gewisse Vertrautheit in den Beziehungen einer Familie zu ihrer Dienerschaft ist nicht von der Hand zu weisen. Natürlich ist man nicht miteinander verwandt, doch stehen Diener ihrer Herrschaft sehr nahe. Gelegentlich sind sie die Hütter der Geheimnisse ihrer Gebieter…Die erste Aufgabe jedes Domestiken in dieser seltsamen, libertären Hierarchie ist die eines Abgesandten. Diese Götterboten aufgeregter Verliebtheit, die galante Treffen zu arrangieren haben, verdanken die Kontinuität ihrer Inanspruchnahme einer, manchmal teuer erkauften, Verschwiegenheit…“

Melanie als Zofe, Bild: Stanislav Kutac

Luzia und Tatjana als ihre Zofe, Stanislav Kutac

Luzia im Rokoko Korsett von Beata Sievi, Vorbereitung der Ballszene, Stanislav Kutac

Luzia und Tatjana als Ihre Zofe, Stanislav Kutac

Rokoko Soirée – Ensamble

30 Okt

Am 24. September wurde die Soirée von Beata Sievi „Paradies in Boudoir“ im Benken zum ersten Mal aufgeführt.In den Bildern von Stanislav Kutac sind die schönsten Augenblicke der Soirée festgehalten. Sowohl die Porträts der Künstler und Models , wie die  Aufnahmen der Szenen der Inszenierung wiedergeben die Spielfreude aller Beteiligten und Ihre Kunst die Zuschauer in die frivole und galante Zeit des Rokoko mitzunehmen.

Beata Sievi, Regie und Kostüme, Bild : Stanislav Kutac

Alicia Aumüller

Rebekka Ott, Harfe

Rico Zela, Oboe, Bild : Stanislav Kutac

Barbara und Patric, Bild : Stanislav Kutac

Models Luzia und Jeanne-Marie

Patrick, Bild : Stanislav Kutac

Melanie, Model / Schneiderei Aushilfe, Bild : Stanislav Kutac

Tatjana, Model/ Aushilfe Schneiderei, Bild : Stanislav Kutac

Olivera , Model/ Aushilfe Ankleidedienst, Bild : Stanislav Kutac

Marie Antoinette – „Fashion-victim“ oder Vorbotin der neuen Modetrends ?

20 Okt

Die im 2006 im „Reunion des musees nationaux“ erschienene „Gazette des autours de Marie-Antoinette“ stellt eine äusserst wertvolle Quelle der Informationen über die Mode des Rokoko dar. Nicht nur können wir darin einen Nachdruck des Original-Katalogs der königlichen Roben mit den entsprechenden Stoffmustern aus dem Jahr 1782 finden, sondern auch zahlreiche Modezeichnungen und Entwürfe der Kleider. Die Essays reflektieren die neue Bedeutung des Luxus in der Zeit der Aufklärung und die dynamische Entwicklung der Mode zu Zeit der Marie-Antoinette. Die Autoren diskutieren kritisch die Berichte der Epoche, die die Königin als „Opfer der Mode“ stigmatisierten und erläutern ihre Rolle, als Vorläuferin der modernen Eleganz.

« Etre noble, s’est une obligation de paraître, c’est étre condamne, sous peine de déchéance, au luxe et à la depénse » (G.Duby)

Ariane James Sarazin, Régis Lapasin – „Gazette des autours de Marie-Antoinette »

Grande Robe à la Française 1783, Dessin de Leclerc, Galerie de modes françaises

Robe a l’anglaise avec corsage lié par des ganses de soie verte; Livre-journal de Madame Eloffe, marchande de modes, 1885

Stoffmuster für ein Kleid genannt „Levite“

La lévite – ein leichtes Kleid inspiriert durch ein Theaterkostüm aus dem Stück „D’Athalie“

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