Die versteckte Lust der Frauen – Damen Salon vom 10. März 2018

14 Feb
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Literatur-Recherchen für den Damen-Salon vom 10. März

Die Geschichte der weiblichen Sexualität ist geprägt von Fehlinformationen, Scham und Restriktion. Erst seit kurzem ist es allgemein anerkannt, dass Lust und sexuelles Wohlbefinden der Frauen wichtig ist und eine respektvolle Untersuchung verdient. Dennoch stossen die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse, selbst in unserem aufgeklärten Zeitalter, oft auf Widerstand – vor allem dort, wo sie drohen die etablierten Machtverhältnisse umzustürzen. Viele wollen es nicht wahrhaben, dass die weibliche Sexualität genauso stark und intensiv ist, wie die männliche. Und die bis anhin als «natürlich» postulierte weibliche Monogamie wartet ebenfalls auf die gesellschaftliche Revision.

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Erotische Literatur für Frauen im Salon Bibliothek von Beata Sievi

Anderseits gibt es in der Literatur von der Aufklärung bis zur Moderne einige Werke, in denen sich die weibliche Lust – ungeachtet der Moral, oder im Zuge vorübergehender Lockerung der gesellschaftlichen Restriktionen – frei manifestierte. Es ist eine faszinierende Aufgabe nach diesen Texten zu suchen! Ich bin glücklich, dass ich für diese Forschung eine begeisterte Partnerin gefunden habe. Julia Knapp, Literaturwissenschaftlerin und begabte Sprecherin inspirierte die Idee einer künstlerischen Zusammenarbeit. Als Duo In Flagranti bieten wir gemeinsam Lesungen aus erotischer Literatur, die Frauen von heute ansprechen.

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Beata Sievi – auf der Suche nach Literatur über die weibliche Lust

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Duo In Flagranti auf der Suche nach prickelnder Literatur für die Lesungen

Bereits in den ersten Lesungen, die wir zusammen angeboten haben, stellte sich heraus, dass unsere Vorlieben unterschiedlich sind. Während ich mehr an den kulturhistorischen Hintergründen der jeweiligen Texte interessiert bin, hat Julia ein ausgeprägtes Gespür für Prickelndes – und die Begabung für eine entsprechende Interpretation.

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Sprecherin Julia Knapp porträtiert von Evald Vorberg

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Duo In Flagranti – die erste Leseprobe. Bild: Ewald Vorberg

Da uns beiden die sexuelle Selbstbestimmung der Frauen sehr wichtig ist, diskutieren wir oft leidenschaftlich darüber, ob bestimmte Romane, die zu dem Kanon der erotischen Literatur gehören und oft männlicher Feder entstammen, den heutigen Zuhörerinnen vorgetragen werden dürfen. Und was, wenn sie kontrovers aber dennoch erregend sind? Vielleicht wohnt eine Inszenierung der Macht dem Eros immanent inne? Oder ist sie ein Resultat einer kulturellen Prägung und sollte zurückgelassen werden? Und was sagt die Philosophie und was die neurobiologische Forschung dazu? Die Recherchen führen gelegentlich dazu, dass wir die vorgetragenen Texte mit entsprechendem Kommentar versehen oder aber – wie im Fall von unserem Kabinettstück „Paradies im Boudoir“ – die Geschichte um die Details ergänzen, die aus der weiblichen Perspektive fehlen.

Ninin Zitat

Die Lesung „Paradies im Boudoir“ entführt die Zuhörer in die Epoche des Rokokos, in der die Frauen, zum ersten Mal in der Geschichte des christlichen Abendlandes, über die gleiche erotische Freiheit wie die Männer verfügten. Zwei frivole Damen suchen ihr Glück in Sinnenfreuden und im gesellschaftlichen Erfolg und stehen einander – in Briefen – beratend zur Seite.

Der Text wurde aus den Fragmenten berühmten erotischen Romane der Epoche und aus den geheimen Überlieferungen über die Kultur der Libertinage von uns beiden mit viel Fantasie und Humor komponiert. Er beinhaltet – in der Version, die wir am 10. März präsentieren – einige Passagen, die man Männern beim besten Willen nicht vortragen kann. Deshalb ist dieses Datum den Damen vorbehalten. Zudem ist die Lesung um ein Spiel mit betörenden Düften und um ausgewählte Werke der erotischen Kunst bereichert. Im Anschluss diskutieren wir ganz entre nous, welche der libertären Szenarien auch für eine Frau von heute inspirierend sind.

Ort : Salon Bibliothek von Beata Sievi, Preis : CHF 85 pro Person inkl.  aphrodisierendes Apero riche, Prosecco à discretion,  Café und Dessert. Anmeldung: atelier@beatasievi.ch

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Julia Knapp und Beata Sievi – In Flagranti. Gewagte Literatur im Abendkleid.

Mehr Informationen zum Duo In Flagranti finden Sie hier.

Wir bedanken uns beim Ewald Vorberg für die einfühlsamen photographischen Aufnahmen!

 

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