Musik des Rokoko

In der Musik entspricht Rokoko zeitlich der Vorklassik und will sich durch den neuen galanten Stil anmutig-leicht vom „barocken Schwulst“ abheben – Musik die nicht durch Eindringlichkeit und Intensität packt, sondern auf vornehme Art unterhalten sollte. Zu den  Stilmerkmalen gehört statt dem polyphonen Geflecht selbständiger Stimmen die oben aufliegende Melodie als hauptsächliche Trägerin des Ausdrucks. Wie Johan Mathesson 1739 es formulierte: „nichts bereite dem Ohr mehr Vergnügen und bewege das Herz stärker als die blosse Melodie in ihrer edlen Klarheit, Einfalt und Deutlichkeit“. Trotz der relativen Einfachheit wird im Rokoko auch die psychologische Dimension der Musik erkannt  –  man betont die Abkehr von Affekten-Lehre und wendet sich zu der neuen „Empfindsamkeit“ zu.

Attributes of Music, Jean-Baptiste Simeon Chardin 1765
Attributen der Musik, Jean-Baptiste Simeon Chardin 1765

Haydn, String Quartet in F major, Op. 3, Nr.5 – Musik Beispiel zum anhören

String Quartet von Hydn gehört zu meinen Lieblingsstücken, aber aufgrund der Besetzung mit Streichinstrumenten können wir diesen nicht in unseren Programm aufnehmen.Dennoch stimmt es sehr gut auf das galante Thema ein.

Die Damenmode des Rokoko

Der Geist der Rokoko – Mode für die Dame war bestimmt durch Eleganz, Kultiviertheit und Raffinesse, doch es gab auch Elemente des Kapriziösen, Koketten und Extravaganten. Im Gegensatz zur würdevollen Steifheit des 17.Jahrhunderts war die Mode des 18.Jahrhunderts reich geschmückt und anspruchsvoll. War im 17.Jh. die Herrenmode extravaganter und farbenfroher gewesen als die Damenmode der Zeit, so ergriffen nun die Frauen die Initiative, und Ihre höfische Kleidung gewann eine unnachahmliche Eleganz. Gleichzeitig war man auch um einen angenehmeren Lebenstill bemüht, der bequeme Stunden in behaglichen Wohnräumen erlaubte, umgeben von Ziergegenständen und bevorzugten Möbelstücken. Um diesen Bedürfnissen entgegenzukommen, bildete sich ebenfalls ein einfacherer und formloser Kleidungstill heraus.

„La Trompetina“
„La Trompetina“ von Antoine Pesne; mit freundlicher Genehmigung von http://www.stiftung-ohm.de