Kategorie: Couture

Ein neues Boudoir Korsett oder vom Reiz der Schönheit

Boudoir Korsett by Beata Sievi Corset Artist, Photography: Ewald Vorberg, Model: Olga Kaminska
Boudoir-corset by Beata Sievi Corset Artist, Photograph: Ewald Vorberg, Model: Olga Kaminska

Die neuste Forschung weist darauf hin, dass wir uns darüber täuschen, was uns wirklich beim anderen Geschlecht anzieht. Als Hauptgründe für den Vorgang des Sich-Verliebens werden  physische Attraktivität, gefolgt von der eigenen Ähnlichkeit mit der anderen Person genannt. Psychologe und Kommunikation-Forscher Steve Duck ging davon aus, dass die Qualität der Konversation ebenfalls ein möglicher Prädiktor von romantischer Anziehung sein könne, allerdings liess sich diese Vermutung experimentell nicht bestätigen, weder bei Männern noch bei Frauen. Somit scheint es bewiesen zu sein, dass es nicht unbedingt der Geist und der Charakter eines Menschen sind, die uns am stärksten einnehmen, was eine Denkerin und berühmte Saloniere des 17 Jh. Ninon Lenclos bereits 1660 feststellte.

Boudoir Korsett by Beata Sievi Corset Artist, Photography: Ewald Vorberg, Model: Olga Kaminska
Boudoir Korsett Beata Sievi Corset Artist, Photograph: Ewald Vorberg, Model: Olga Kaminska

„Was ist die Bestimmung der Frauen? Was verlangt der Mann von ihnen? Es ist unrecht, die Frauen der Eitelkeit und der Leichtfertigkeit zu beschuldigen, weil sie so viel Wert auf die Schönheit legen, tun sie es doch nur, um dem Manne zu gefallen und ihn glücklich zu machen! Ist es nicht wirklich der Reiz unseres Umganges, die Zartheit unserer Sitten, denen der Mann die schönsten Freuden, sein ganzes Glück verdankt? Seien Sie ehrlich! Würden die Wissenschaften, der Ehrgeiz, würde die Tapferkeit, selbst die Freundschaft, von der Sie so viel Wesens machen, allein genügen, um Sie glücklich zu machen? Ganz gewiss nicht. All dies vermöchte nicht, Sie das langweilige Einerlei des Lebens vergessen zu machen, das so erdrückend ist, und Sie würden tief zu beklagen sein.“

Boudoir Korsett by Beata Sievi Corset Artist, Photography: Ewald Vorberg, Model: Olga Kaminska
Boudoir Korsett Beata Sievi Corset Artist, Photograph: Ewald Vorberg, Model: Olga Kaminska

 

„Es ist das Amt der Frauen, diese tödliche Langeweile durch ihre pikante Heiterkeit, durch die fröhliche Grazie ihres Verkehrs mit Euch, zu zerstreuen. Nur durch den Umgang mit den Frauen werden Sie jene köstliche ausgelassene Freude, das liebenswürdige Delirium und jene geistige Trunkenheit kennen lernen, die Sie das Alltagsleben vergessen macht und die ganz mit dem Gefühle erfüllt, glücklich zu sein.“

„Kommen wir zum Schlusse. Wenn es wahr ist, dass Sie das Glück Ihres Herzens nur den liebenswürdigen Eigenschaften der Frauen verdanken – und daran ist wohl nicht zu zweifeln – so können Sie sicher sein, dass auch Sie den Frauen nur durch ähnliche Vorzüge gefallen werden. Ihr Männer rühmt Euch Eurer Solidität, Eurer Kenntnisse usw. Aber sagen Sie, würde das Leben nicht grenzenlos langweilig und öde sein, wenn Sie dazu verdammt wären, nur mit Tugendhelden, Gelehrten und Philosophen umzugehen. Steifen Sie sich also nicht darauf, in dem Sinne, wie Sie es meinen, sich als bedeutenden Mann aufzuspielen. Als Verdienst werden nur die Eigenschaften betrachtet, die die Leute, denen Sie gefallen möchten, zu verstehen und zu schätzen wissen. In der Liebeskunst, mein Herr Marquis, gibt es eigene, ganz besondere Gesetze, und im Reiche der Liebe ist nur der Liebenswürdige ein weiser Mann.“ (Briefe der Ninon Lenclos, Insel Verlag 1989)

Boudoir Korsett by Beata Sievi Corset Artist, Photography: Ewald Vorberg, Model: Olga Kaminska
Boudoir-corset by Beata Sievi Corset Artist, Photography: Ewald Vorberg, Model: Olga Kaminska

Das Türkis-rote Boudoir-Korsett in der Gr. 38, mit einem Reissverschluss vorne und einer Schnürung hinten, angefertigt aus einem seltenen Baumwolle Pique-Stoff und aus einer kostbareren St.Galler Spitze, die von Hand angenäht wurde, ist ein Unikat. Das Korsett kann in meinem Atelier anprobiert und sofort gekauft werden. Preis: CHF 2190 ohne Strapsen, CHF 2490 mit Strapsen. Das Modell kann auch in anderen Grössen und in anderen aparten Farbkombinationen angefertigt werden. Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme unter: atelier@entrenous.ch

Massanfertigung bei Beata Sievi Corset Artist in Winterthur
Massanfertigung bei Beata Sievi Corset Artist in Winterthur

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Beata Sievi Korsett Winterthur Ewald Vorberg
Olga Kaminska wearing a corset made by Beata Sievi, Photography: Ewald Vorberg

 

 

Romantisches Unterbrustkorsett

 

Verführerisches Unterbrustkorsett angefertigt von Beata Sievi Corset Artist

Jedes meinen Korsetts erhält sein individueller Charakter durch die Dekorationen, die in mehrstündiger Handarbeit angebracht werden. St.Galler-Spitze von renommiertem Produzenten Forster Rohner bietet unzählige Möglichkeiten ein Korsett romantisch oder verspielt zu gestalten. Die neusten Bilder zeigen eine aparte Kombination von Netzt-Tüll und grossen Stickerei-Motiven.

Verführerisches Unterbrustkorsett angefertigt bei Beata Sievi Corset Artist
Verführerisches Unterbrustkorsett angefertigt von Beata Sievi Corset Artist
Verführerisches Unterbrustkorsett angefertigt bei Beata Sievi Corset Artist
Verführerisches Unterbrustkorsett angefertigt von Beata Sievi Corset Artist
Verführerisches Unterbrustkorsett angefertigt bei Beata Sievi Corset Artist
Verführerisches Unterbrustkorsett angefertigt von Beata Sievi Corset Artist
Verführerisches Unterbrustkorsett angefertigt bei Beata Sievi Corset Artist
Verführerisches Unterbrustkorsett angefertigt von Beata Sievi Corset Artist
Verführerisches Unterbrustkorsett angefertigt bei Beata Sievi Corset Artist
Verführerisches Unterbrustkorsett angefertigt von Beata Sievi Corset Artist

 

Ein Traum-Korsett für den Hochzeitstag

Hochzeits-Kreation von Beata Sievi, Spitzenbustier aus St.Galler-Spitze angefertigt im Atelier "entre nous"
Hochzeits-Kreation von Beata Sievi, Spitzenbustier aus St.Galler-Spitze angefertigt im Atelier „entre nous“

Mein Atelier ist bekannt für sinnliche Kreationen mit einem individuellen Charakter. Für viele Frauen stellt ihre Hochzeit ein Anlass dar, an dem sie nicht nur schön wirken wollen, sondern auch den Anspruch haben in der Kleidung ihre Persönlichkeit widerspiegelt zu sehen. Im vergangenen Sommer durfte ich wieder einmal eine besondere Hochzeitskreation realisieren und der Braut ihren Traum erfüllen.

Hochzeits-Kreation von Beata Sievi, Spitzenbustier aus St.Galler-Spitze angefertigt im Atelier "entre nous"
Hochzeits-Kreation von Beata Sievi, Spitzenbustier aus St.Galler-Spitze angefertigt im Atelier „entre nous“

Meine Auftraggeberin wusste von Anfang an, dass die Farben schwarz und gelb für sie von Bedeutung sind. Sie wünschte  zuerst ein traditionelles Korsett und beachtete weniger die Spitzenbustiers, die ich vor allem wegen des grossen Tragekomforts empfohlen habe. Erst bei der dritten Besprechung entdeckte sie den Reiz der edlen St. Galler Spitze und die attraktive Form eines Spitzenbustiers und wir konnten mit der Arbeit beginnen. Über den handwerklichen Prozess dürfen sie in meinem Artikel im Blog ecoleducorset-entrenous.com lesen.

Hochzeits-Kreation von Beata Sievi, Spitzenbustier aus St.Galler-Spitze angefertigt im Atelier "entre nous"
Hochzeits-Kreation von Beata Sievi, Spitzenbustier aus St.Galler-Spitze angefertigt im Atelier „entre nous“
Hochzeits-Kreation von Beata Sievi, Spitzenbustier aus St.Galler-Spitze angefertigt im Atelier "entre nous"
Hochzeits-Kreation von Beata Sievi, Spitzenbustier aus St.Galler-Spitze angefertigt im Atelier „entre nous“

Die schwere Guipure-Spitze, inklusive zarten Bordüren, aus denen das Hochzeits-Bustier angefertigt wurde, stammen von dem Berühmten Spitzen-Produzenten, Forster Rohner in St. Gallen. In die Bordüre, welche Saum und Träger ziert, wurden von Hand gefertigte gelbe Satinbänder eingeflochten. Die Gesamtarbeit am Bustier betrug 35 Stunden. Der lange, schwarze Jupe der die weiblichen Kurven zusätzlich betont, gehört zu den beliebtesten entre-nous-Modellen und verbindet sich mit dem schwarzen Bustier zu einer aparten Einheit.

Hochzeits-Kreation von Beata Sievi, Spitzenbustier aus St.Galler-Spitze angefertigt im Atelier "entre nous"
Hochzeits-Kreation und Make-up von Beata Sievi, Spitzenbustier aus St.Galler-Spitze

Die durch den gesamten Kreationsprozess entstandene Vertrautheit mit der Braut, fand einen schönen Abschluss am Hochzeitstag, als ich ihr als Visagistin zu Diensten stehen durfte. Zuvor haben wir selbstverständlich das Makeup, das dem Wunsch der Braut und meinen persönlichen Vorlieben entsprechend sehr natürlich wirken sollte, ausprobiert und gleich einige Bilder gemacht, wobei sich die Dame, welche beim ersten Besuch in meinem Atelier noch sehr zurückhaltend wirkte als ausgezeichnetes, und ihren Reizen bewusstes Model präsentierte.

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Hochzeits-Kreation von Beata Sievi, Spitzenbustier aus St.Galler-Spitze angefertigt im Atelier „entre nous“
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Hochzeits-Kreation und Braut-Make-upvon Beata Sievi, Spitzenbustier aus St.Galler-Spitze angefertigt im Atelier „entre nous“
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Hochzeits-Kreation von Beata Sievi, Spitzenbustier aus St.Galler-Spitze angefertigt im Atelier „entre nous“
Hochzeits-Kreation von Beata Sievi, Spitzenbustier aus St.Galler-Spitze angefertigt im Atelier "entre nous"
Hochzeits-Kreation von Beata Sievi, Spitzenbustier aus St.Galler-Spitze angefertigt im Atelier „entre nous“
Hochzeits-Kreation von Beata Sievi, Spitzenbustier aus St.Galler-Spitze angefertigt im Atelier "entre nous"
Hochzeits-Kreation von Beata Sievi, Spitzenbustier aus St.Galler-Spitze angefertigt im Atelier „entre nous“

Ich bedanke mich bei beiden Ehegatten für die freundliche Genehmigung die Bilder für meinen Blog verwenden zu dürfen.

Ball-Kreationen von Beata Sievi – sind Sie bereit für die erste Winterthurer Ballnacht ?

L^heure bleu Cocteilkleid made by beata Sievi
„L`heure bleu“ ein exklusives Cocktail-Kleid aus Seiden-Taft für die Winterthurer Ball-Nacht made by Beata Sievi, Atelier „entre nous“, Winterthur, Obergasse 15 Tel.052 213 90 89

Wie viele meinen Kunden wissen, bin ich eine passionierte Tänzerin. Meine grosse Leidenschaft ist der Tango Argentino, wo das Spiel des freien Führens und Folgens die Geschlechter-Rollen ins Bewusstsein bringt und Gefühlsnähe ermöglicht. Aber auch Paartanz – hier insbesondere die sinnliche Rumba oder der verspielte und dynamische Jive haben ihren Reiz und ich geniesse die grossen Bälle, wo man die Tanzkultur pflegt. Natürlich gehört eine entsprechende Garderobe dazu. Demnächst gibt es in Winterthur ein Anlass um beides – das schöne Tanzen und die schönen Kleider zu geniessen. Die erste Winterthurer Ball-Nacht findet am Samstag, 20.September 2014 statt. Für diesen Anlass wird eine „festliche Abendkleidung“ gefordert. Aber was bedeutet das? Nachfolgend erkläre ich einige Dresscode-Begriffe, damit Sie sich für Ihre nächsten gesellschaftlichen Anlässe optimal vorbereiten können.

Klei­dungs­vor­schrif­ten bei klas­si­schen Bällen

Wenn auf der Ein­la­dung eine “fest­li­che Klei­dung” oder eine “fest­li­che Abend­klei­dung” gefor­dert wird, bedeu­tet dies für den Mann, dass er einen dunk­len Anzug zu tra­gen hat. Die­ser sollte gut sit­zen und aus dün­nem, hoch­wer­ti­gem Mate­rial gefer­tigt sein. Dicke bezie­hungs­weise warme Stoffe sind weni­ger geeig­net, da man sonst beim tan­zen zu sehr schwitzt. Die Frau sollte hierzu pas­send ein Abend– oder Cock­tail­kleid tra­gen.

Nala und Marius by entre nous
Kreation für die Winterthurer Ballnacht 2014 made by Beata Sievi, Atelier „entre nous“
Nala im ballkleid von entre nous 2
Kreation für den Sommerball 2014 in Giessbach made by Beata Sievi, Atelier „entre nous“
Beata Sievi und Rolf Schneider, Sommernachsball 2011
Beata Sievi in  einer „entre nous“ Korsett-Kreation und Rolf Schneider, Giessbach Sommernachsball 2011

Sollte auf der Ein­la­dung zu einem Ball “Abend­klei­dung”, ein “Abend­an­zug”, “cra­vate noire” oder “black tie” gefor­dert wer­den, dann wird von den Her­ren erwar­tet einen Smo­king zu tra­gen. Bei abend­li­chen Ver­an­stal­tun­gen sollte ein Smo­king mit dunk­lem Jackett gewählt wer­den. Die Beglei­te­rin sollte auf ein Cock­tail– oder ein Ball­kleid zurück­grei­fen. Auch hier gilt, dass man sich zumin­dest farb­lich abstim­men sollte.

Foto
Kundin von „entre nous“ in der Ball-Kreation von Beata Sievi, Atelier „entre nous“, Winterthur

Der “Große Gesell­schafts­an­zug” ist sicher­lich die vor­nehmste Vari­ante der Beklei­dungs­vor­schrif­ten. Auf der Ein­la­dung ist ent­we­der wört­lich vom “Großen Gesellschafts­an­zug die Rede, oder gleich “Frack”, “white tie” oder “cra­vate Blanche”. Die Aus­drü­cke deu­ten dar­auf hin, dass Frack-Pflicht herrscht. Ein Frack ist ein klas­si­scher Drei­tei­ler. Bei einem Ball trägt man am bes­ten einen schwar­zen ein­rei­hi­gen Frack. Dazu sind ein wei­ßes Frack­hemd und eine weiße Fliege Pflicht. Die zum Out­fit gehö­rende Weste muss immer ganz zuge­knöpft sein und sollte eben­falls weiß sein. Bei den Frack­ho­sen sind sei­dene Dop­pel­strei­fen üblich und als Schuh­werk sollte man auf schlichte schwarze Lack­schuhe zurück­grei­fen. Als Beglei­tung eines Her­ren im Gro­ßen Gesell­schafts­an­zug sollte man ein lan­ges Abend­kleid oder ein Ball­kleid tra­gen.

Rolf Schneider und Beata Sievi im Giessbach Hotel, Bild: Stanislav Kutac
Rolf Schneider und Beata Sievi im Grandhotel Giessbach, Bild: Stanislav Kutac
kreation für Herbstball - Bild: Stanislav Kutac
Kreation von Beata Sievi  für den  Herbstball 2010 – Bild: Stanislav Kutac

Do´s and Don´ts für die Damen:

  • Das Tra­gen von Mini­rö­cken ist auf Bäl­len nicht erwünscht, Röcke und Klei­der soll­ten min­des­tens bis über das Knie gehen.
  • Bei der Wahl ihrer Schuhe soll­ten die Damen auf ein Paar zurück­grei­fen, dass keine schmer­zen­den Füße ver­ur­sacht und deren Absatz­höhe ein ange­neh­mes Tan­zen ermöglicht. Strumpf­ho­sen sind bei Bäl­len üblich, nackte Beine sind nicht gerne gesehen. Unsere Empfehlung: Schuhe von Irma Munay
  • Acces­soires und Schmuck soll­ten auf die Klei­der abge­stimmt sein. Grund­sätz­lich soll­ten die Far­ben zusam­men­pas­sen und je auf­wen­di­ger die Gar­de­robe ist, desto schlich­ter sollte Schmuck und Accessoire sein.
  • Ihre Fri­sur sollte per­fekt sit­zen und sich deut­lich von ihrer All­tags­fri­sur unter­schei­den. Es wer­den echte Abend­fri­su­ren, wie zum Bei­spiel auf­wen­dige Hoch­steck­fri­su­ren, erwar­tet.
  • Ihr Makeup soll Ihre Schönheit unterstreichen und zu Ihrer Kleidung passen – Beata Sievi Make-up Artist bietet entsprechende Dienstleistung und gehört zu den Sponsoren der Winterthurer Ballnacht.
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Spitzenbustier aus St.Galler-Spitze von „entre nous“ eignet sich perfekt für grosse Tanzanlässe.

Viele interessante Vorschläge für die Damen-Ballgarderobe  finden Sie ausserdem auf meiner Homepage: www.entrenous.ch

Do´s and Don´ts für die Herren:

  • Ihr Ein­steck­tuch sollte in jedem Fall die selbe Farbe wie ihr Hemd haben. Wie sie das Ein­steck­tuch fal­ten und aus wel­chem Stoff es ist spielt keine Rolle.
  • Bei Bäl­len ist es nur dann erlaubt das Jackett abzu­le­gen, wenn das Rah­men­pro­gramm been­det ist oder der Gast­ge­ber dies selbst tut oder dazu auf­for­dert. Im Sit­zen wird das Jackett stets geöff­net, ansons­ten bleibt es geschlossen.
  • Es soll­ten schwarze Knie­strümpfe aus Seide oder Baum­wolle getra­gen wer­den. Mit kur­zen Strümp­fen oder Socken könn­ten sie beim Sit­zen unge­wollt Bein zeigen.
Rolf Schneider mit der entre nous Büste
Tanzlehrer und Organisator der Winterthurer Ball-Nacht 2014 Rolf Schneider

Aber das wichtigste ist – vergessen Sie das Tanzen nicht! Und falls sie sich nicht mehr an alle Figuren und Schritte erinnern – suchen Sie einen Lehrer, der Ihnen auf verständliche Art und mit grosser Leidenschaft die Prinzipien des Führens und des Folgens erklärt –  hier die beste Adresse: Rolf Schneider. Eine Privat-Stunde ist jederzeit in Zürich oder in Winterthur im Atelier „entre nous“ möglich. Anfragen richten Sie am besten an den Maestro selbst: rolfschneider@gmx.net.

Ticket-Bestellung für die Winterthurer Ball-Nacht 2014: http://www.ball-nacht.ch/.

Wir freuen uns bald mit Ihnen aus der Rheie tanzen zu dürfen!

«Trouver son Jules à Paris» – Korsett-Geschichte von Beata Sievi und Ewald Vorberg Teil 3

Um den vorherigen Teil der Geschichte zu sehen, klicken Sie hier.

Elérinna Nérélia im Ribbon-Korsett von Beata Sievi, Bild: Ewald Vorberg
Elérinna Nérélia im Ribbon-Korsett und einem couture-Jupe von Beata Sievi, Bild: Ewald Vorberg

Er wollte Sie unbedint heute noch sehen. Sie solle in den Park kommen und beim Brunnen auf ihn warten. Sie müssen die Reise nach Spanien verschieben – etwas unvorhergesehenes sei vorgekommen. Sie spürt, dass eine unerfreuliche Nachricht auf sie zukommt.

Elérinna Nérélia im Ribbon-Korsett von Beata Sievi
Elérinna im Ribbon-Korsett und einem Glockenrock aus Seidentaft vom Atelier „entre nous“
Elérinna Nérélia im Ribbon-Korsett von Beata Sievi
Elérinna Nérélia im Ribbon-Korsett von Beata Sievi und Jonathan , Paris 2013

Er hat ihr ein Buch von Fernando Pessoa mitgebracht, das ihm immer wichtig war. Es sind nur ein paar Monate, die er im Ausland verbringen wird. So ein Stipendium, wie ihm angeboten wurde, ist eine einmalige Gelegenheit. Sie schaut ihn an, wie er um ihr Verständnis wirbt. Ein halbes Jahr! Es gibt immer etwas, was die Männer von ihr wegzieht. Er fragt ob sie bereit sei auf ihn zu warten.

Elérinna Nérélia im Ribbon-Korsett von Beata Sievi
Elérinna Nérélia im Ribbon-Korsett von Beata Sievi und Jonathan , Paris 2013, Bild: Ewald Vorberg
Elérinna Nérélia im Ribbon-Korsett von Beata Sievi
Elérinna Nérélia im Ribbon-Korsett von Beata Sievi, Paris 2013, Bild: Ewald Vorberg
Elérinna Nérélia im Ribbon-Korsett von Beata Sievi
Elérinna Nérélia in couture-création von Beata Sievi, Paris 2013, Bild: Ewald Vorberg

Sie weiss nur, dass sie sich bei ihm immer wohl fühlt. Es wird allmählich dunkel im Park und er spricht auf einmal Spanisch. Sie versteht nicht alles, aber es berührt sie – und sie sagt ihm, dass sie auf ihn warten will. Leise fügt sie hinzu „Wenn ein Herz denken müsste, würde es still stehen“ – das ist auch vom Fernando Pessoa.

Sie wollen nur noch ein letztes gemeinsames Foto haben und lassen sich von einen Passanten fotografieren.

Elérinna Nérélia im Ribbon-Korsett von Beata Sievi
Jonathan et Elérinna  portent couture-création de Beata Sievi,  styliste de l’atelier „entre nous“ Suisse

 

„Zwischen Himmel und Erde – der Tango Sinnlich und erhaben“

ilder: Giorgio von Arb Model Cindy in der Kreation von Beata Sievi und Tangolehrer Silvio Grand, Bild: Giorgio von Arb

„Auf ein Pferd aus nobler Zucht gesetzt,
das um eine Haaresbreite den Sieg verfehlt.
Das scheint dir nun zu sagen:
Wer hoch spielt, der kann nur verlieren.
Auf ein Pferd hast du gesetzt,
wie auf jenes berauschende Weib,
das dir vergnügt die Liebe vortäuscht
und dein Herz zu einem Scheiterhaufen macht.“

So verewigte Carlos Gardels Stimme, im berühmten Tango „Por una cabeza“ die Verbindung zwischen Spiel, Liebe und der Wettleidenschaft im Pferderennsport: Das Schicksal des verratenen Liebhabers scheint dem Verlust auf der Rennstrecke verwandt. Der Glaube des Verliebten an die Beständigkeit der Liebe und das Vertrauen des Spielers in einen zukünftigen Sieg des gewählten Pferdes – verdanken sich beide der Kraft der Illusion. Auch der Tangotänzer ist dieser Welt des Hasardspiels ausgeliefert, stets auf der Suche nach dem magischen Augenblick der Einheit zweier Körper, vereint in der Musik. Wo tänzerisches Können und die Sehnsucht nach Nähe zum anderen Geschlecht aufeinander treffen ist der Himmel nahe. Die Umarmung eines erfahrenen Tangueros ist zugleich zärtlich und bestimmt, seine Figuren verwegen, aber so virtuos ausgeführt, dass der Genuss der Frau ihrem Widerstand zuvorkommt. Ihre Hingabe muss vorbehaltlos sein, die Verlorenheit im Augenblick wird in der Anmut ihrer Bewegung sichtbar. In den Boden zeichnen ihre Füsse die für den Mann bestimmten Liebkosungen ein. Wenn sie Glück haben, werden die beiden in den drei Minuten des Tangos ein Stück des verlorenen Paradieses erlangen – ein Augenblick so kurz, dass die Sehnsucht nie vollkommen gestillt werden kann.

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Vielfältig sind die musikalischen Strömungen, die zur Entstehung des Tango Argentino beigetragen haben. Die Elemente der kubanischen Habanera, der afrikanischen Danza und der Candombe mischten sich in den Vorstädten von Buenos Aires in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts mit dem ländlichen Stegreifgesang der Gauchos und führten zu Entstehung der Milonga – eines fröhlichen Vorläufers des Tangos. Die Paare tanzten dabei sanft aneinandergeschmiegt, der einfache Gehschritt und die leichten Drehungen gaben zur Annäherung willkommene Gelegenheit. “Auf französische Art“ wurde es genannt, weil man den Ursprung dieser sinnlichen Art des Tanzes in Paris vermutete.
Die musikalische Phantasie und Sehnsucht der italienischen und spanischen Immigranten verschafften dem neuen Tanz bald ein neues, immer komplexeres Repertoire. Der Tango, wie die neue Musik genannt wurde, unterstellte um 1900 seine rhythmische Struktur der wechselnden Dynamik einer Melodie, die die menschliche Not und Sehnsucht auszudrücken suchte. Indem die Melodie anstelle des Rhythmus bestimmend wurde, waren die Tänzer zu fortwährender Improvisation gezwungen:
„Es existierte keine Regelmässigkeit, und nichts liess sich vorhersagen, weil die nächste Figur, die nächste Schrittabfolge, das gesamte Stück erst im Moment seiner Ausführung erfunden wurde. Es war notwendig, eine Technik dafür zu entwickeln: das Paar musste sich vollständig umarmt bewegen, Gesicht an Gesicht, Seite an Seite. Der Mann gab die Richtung der Frauenschritte an und bestimmte sie sogar regelrecht mittels seiner rechten Hand, mit der er sie fest um die Taille fasste“. (Carlos Vega)

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Sinnlich und erhaben

Der Tango wurde zunächst in den sogenannten Academias getanzt, wie man die „öffentlichen Tanzsalons mit dem üblichen Anhängsel der Getränke“ nannte. Die angestellten Tänzerinnen trugen wadenlange Röcke über aufgeplusterten Unterröcken, die genügend Bewegungsfreiheit für die riskanten Figuren zuliessen. Wie es scheint, tanzte man nicht so sehr um zu verführen – viele der Frauen sollen ausgesprochen hässlich und sogar zerlumpt gewesen sein. Man erwartete von ihnen nur eins: perfekt und pausenlos zu tanzen. In der Stadt Rosario erfreuten sich bereits um 1870 die Tanznachmittage, genannt peringundin, grosser Popularität. Beim Eingang entrichtete der Tanzwillige einen Real für 6 Minuten Tanz. Wie es Horacio Salagan eindringlich schildert, konnte man sehen, wie einige der Mädchen in Schweiß gebadet waren, und wie nach denen, die besser als die anderen tanzten, die Galane ihre Arme schon ausstreckten, bevor die vorigen Tanzkumpane sie losgelassen hatten. Szenerien, die mit einem guten Tangoabend von heute vergleichbar sind! Weder die eleganten Kleider noch die schöne Figur zählen im Tango so sehr wie die Anmut der Bewegung.

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„Tanz der schlecht beleumdeten Häuser“

Der für die Entstehung und musikalische Entwicklung des Tangos bedeutendste Ort war das Bordell. Mit dem durch die Einwanderung verursachtem Männerüberschuss entwickelte sich die Prostitution im Buenos Aires der Jahrhundertwende zu einem blühenden Geschäftszweig. Die Bordelle waren vorwiegend in der orilla, dem Saum wildwuchernder Vororte, angesiedelt und, sie waren bemüht, nicht nur Frauen sondern auch gute Unterhaltung zu bieten. „Die freizügigen Nachtschwärmer von La Boca,“ so beschreibt Sebastian Talion das Leben in der Vorstadt, „verliessen die Bordelle nie, ohne zuvor einen kleinen Tango zu tanzen ( … ), Tangofiguren, Wollüstigkeiten, wildes Geschrei, Flaschen, tollpatschiges Befummeln, lauernde Messerschneider, Qualm. Wenn es keine Rauferei oder Verhaftung gab, spielten die Musikanten ohne Atempause bis zum Morgengrauen.“ Die Kapellen bestanden aus Duos oder Trios, die anfangs aus Flöte, Violine und Gitarre zusammengesetzt waren – tragbare Instrumente, die es den Musikern erlaubten, abwechselnd in dem einen oder anderen Bordell zu spielen, so dass sich die Kundschaft aufgrund des sich daraus ergebenden Repertoirewechsels nicht langweilen musste. Erst später kam das melancholische Bandoneon dazu.

In den Foyers der Bordelle, zur Überbrückung der langen Wartezeit, oder an Straßenecken, wo es ein Orchester zu hören gab, und sogar in den Academias übten Männer auch mit einander die Tangoschritte. Der Stolz, gut tanzen zu können, war charakteristisch für den orillero, den Mann der Vorstadt. Sich als unbegabter Tänzer zu erweisen dürfte für das männliche Prestige genauso nachteilig gewesen sein wie im Kampf mit dem Messer nichts ausrichten zu können. Gut zu tanzen erhöhte darüber hinaus die Chancen, die Auserwählte zu beeindrucken. Die Gepflogenheit, unter Männern den Tango einzuüben, hielt sich in Argentinien bis in die 60er Jahre.

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Wie es Horacio Salas betont, sollte man jedoch aus der Tatsache, dass der Tango im Bordell geboren wurde, nicht auf seinen Charakter schließen, da künstlerische Schöpfung beinahe ausschließlich ein antagonistischer Akt ist – ein Akt der Flucht oder der Rebellion. „Man erschafft sich, was man nicht hat, was in gewissem Sinne das Objekt unserer inneren Unruhe und unserer Hoffnung ist, was uns auf magische Weise erlaubt aus der harten alltäglichen Wirklichkeit zu entkommen. (…) Es war nicht die sexuelle Not die dem Mann in Buenos Aires Sorgen machte. Es war genau das Gegenteil. Die Sehnsucht nach Vereinigung und Liebe, die wehmütige Erinnerung an die Frau – nicht die Gegenwart eines Instrumentes seiner körperlichen Begierde.“ Davon erzählen die vielen Liedtexte der Tangos eindringlich.

Wie es scheint, ist nicht unbedingt die erotische Eroberung, sondern vielmehr das Gefühl der seelischen Einheit die Triebkraft vieler Tänzer. Der berühmte Tänzer der goldenen Ära Juan Carlos Copes spricht von einem Moment „wunderbarer Beklemmung“, der ihm während des Tanzes die Tränen in die Augen trieb. „Wenn mir die Frau mit ihren Bewegungen so gut antwortet, dass wir auf einer großen Tanzfläche, wie eine einzige Person waren, dann fühlte ich mich vollkommen durchdrungen von diesem Gefühl. Du trugst also diesen Tango in dir, diese Musik, von der du besessen warst. Es war wie eine Droge, denn ich fühlte mich in einer anderen Welt. Und in diesem Moment war es mir gleichgültig, ob das Mädchen an meiner Seite hübsch oder hässlich war, ob sie lahmte oder ob ihr ein Arm fehlte oder ein Auge. Mir war alles egal. Es war einfach etwas Erhabenes. Es war ein Ritus.“

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Cortés und Quebradas

Es brauchte einige Jahre, bis der Tango in weiteren Gesellschaftsschichten Verbreitung fand. Die Bordellmusik wurde zunächst in den angrenzenden Wohnquartieren nicht gern gehört, weil man sich dort von dem verrufenen Lebensstil so gut wie möglich abzugrenzen suchte. Auch die berüchtigten Cortes und Quebradas galten als zügellos – noch in den 30er Jahren berichtet Jorge Marques, wegen dieser Figuren mehrfach aus den Tanzsalons herausgeworfen worden zu sein. Heute erstaunt es, dass ein Corte – ein einfacher Schnitt in fliessender Gehschrittfolge – als gewagt galt. Doch brach er offensichtlich mit langen Traditionen und immer voraussehbaren Schrittfolgen. Das Wort Quebrada bedeutet „gebrochen“. In diesem Fall entsteht der „Bruch“ durch die Bewegung des Körpers – der Tänzer „bricht“ die aufgerichtete Position – und beugt sich tief über den Oberkörper der Tänzerin; gleichzeitig behalten beide Kontakt in der Taille, wobei die Frau einen Vorwärtsschritt auf die Mitte des Mannes , (d.h zwischen seine Beine) macht. Die Mädchen lehnten es anfänglich ab, vor den Augen ihrer Eltern auf diese Art zu tanzen. Aber nachdem man die sündhaften Figuren wegliess, wurde der Tango ein unverzichtbarer Begleiter der Sonntagstanznachmittage. In der Oberschicht wurde er hingegen weiterhin abgelehnt und galt als Ausdruck von Verkommenheit und Verarmung.

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Tango erobert Europa

1906 erreichte die argentinische Fregata Sarmiento den Hafen von Marseille, mit der hocheruptiven Ladung von 500 Partituren des populären Tangos La morocha. Erfolgreiche Aufführungen und Plattenaufnahmen hielten den Komponist Antonio Villoldo und seine Begleiter Alfredo Gobbi und Flora Rodriguez viel länger als vorgesehen in Frankreich fest. Tango wurde augenblicklich in die Repertoires von Cabarets wie Moulin Rouge und Folies Bergères aufgenommen – und die Gesellschaftselite verlangte den Tanz des Rio de la Plata zu erlernen. Anziehungspunkt war das sinnliche Zurschaustellen des eigenen Körpers in der Begegnung mit dem anderen Geschlecht. Die Welle erreichte bald die anderen europäischen Metropolen. Auf dem Dach des grössten Londoner Kaufhauses Selfridges wurde 1913 der Ball des Jahrhunderts veranstaltet. In drei Ballsälen, dekoriert mit viertausend Lichtern, die an einen orientalischen Garten erinnerten, tanzten die Gäste in östlichen Kostümen den Tango bis in die Morgenstunden.

Im Europa des ersten Weltkriegs kehrten sich die Entstehungsumstände des Tango um: Nun gab es einen Frauenüberschuss. In Berlin erfreuten sich Witwenbälle grosser Beliebtheit. Hier durfte der Tango nicht fehlen, und so manche Herren standen gegen das nötige Kleingeld auch für andere Dienste zur Verfügung. Auch in Paris hatten bezahlte Tanzpartner, apaches oder gigolos genannt, Hochkonjunktur.

Der Tango revolutionierte nicht nur die Sitten, sondern auch die Mode. Jeanne Paquin entwarf hochgeschlitzte Tango-Abendkleider, die auf Designs durch Leon Bakst für Scheherazade beruhten. Der östliche Harem-Hosenrock von Paul Poiret wurde als Ideal für das Tango-Tanzen betrachtet. Turbane mit hochgestellten Federn, die selbst beim „Gesicht zu Gesicht“-Tanzen nicht störten, Tango Schmuck und ein elastischer Miedergürtel von Jeanne Paquin, genannt „Tango“, der beim Tanzen nicht nur die Figur sanft formen, sondern auch für eine „anmutige Haltung“ sorgen sollte, wurden zu unentbehrlichen Modeaccessoires. Die Farben des Tango waren orange-rot, gelb und grün, wie die Farben von Scheherazade. Ein starkes Makeup mit schwarzem Eyeliner, rotem Lippenstift und lange Zigarettenhalter vervollständigten den modischen Auftritt der neuen Epoche. Der Tango förderte das Bild einer sexuell aktiven und unberechenbaren Weiblichkeit – so dass sogar ein neu lancierter godemiché den Namen „Tango“ erhielt. Anders entlang der Rive gauche – in jenen Salons, wo nur Frauen verkehrten. Während des thé dansant wiesen sich Frauen untereinander in die Kunst des Führens und Folgens ein, und nicht selten erlaubte ihnen der Tango, ihr in seiner Unterdrücktheit nur drängender werdendes Verlangen auszuleben.

Nur die argentinische Botschaft in Paris empfand, entgegen der allgemeinen Begeisterung, das Interesse der städtischen Elite an dem, so der Konsul, „Tanz der schlecht beleumdeten Häuser und der Tavernen schlimmster Art“ als höchst peinlich. Man war bemüht, auf andere kulturelle Errungenschaften Argentiniens oder zumindest auf Argentiniens Vorreiterrolle im vornehmen Polosport hinzuweisen – jedoch ohne Erfolg. Bald wurde das Botschaftsgelände zu einem Treffpunkt der Tangobegeisterten. Da die Argentinier die Kultiviertheit der Franzosen seit jeher bewunderten, konnte nun das enfant terrible – der Tango – in etwas gezähmter Form in die Heimat reimportiert werden.

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In den Jahren 1935 bis 1955 erlebte der Tango in Buenos Aires sein Goldenes Zeitalter. Die grössten Tango-Orchester zählten bis zu 100 Musiker, man tanzte an den Nachmittagen und am Wochenende in Quartierclubs und in grossen exklusiven Salons. Die musikalische Qualität der Orchester von D`Arienzo, Carlos Di Sarli, Aníbal Troilo oder Osvaldo Pugliese stand auf sehr hohem Niveau. Die Werke dieser Komponisten und Ensembles bilden auch heute noch die Basis jeder Milonga und werden von den erfahrenen Tänzern mit Spannung erwartet.
Auch der Verhaltenscode der Milonga, insbesondere der „Cabeceo“ – das Auffordern durch Blick und Zunicken – haben sich überall, wo Tango getanzt wird, aus der goldenen Zeit erhalten. Das Bemessen der Länge des Blickes, der genau den treffen soll, mit dem man zu tanzen wünscht, ein leichtes Senken des Kinns, ein kaum wahrnehmbares Augenzwinkern des Mannes und das angedeutete Lächeln der Zustimmung einer Frau – wie ein unsichtbares Telegramm… Dann folgt der Gang zur Tanzfläche, um sich in der Umarmung zu treffen – ein raffiniertes Ritual, ein Hasardspiel, gewagte Balance aus Chancen und Risiken, das ist es, was die Tangueros in die Tanzsalons treibt.

Es ist fast nicht zu glauben, dass die Tangowelle Ende der 60er Jahre in neuen Musiformen „die es den Jungen, die nicht tanzen konntenn, einfacher machten“ ihr Ende nahm. Mit der dunklen Zeit der Militär Junta verlor der Tango dann auch seine staatliche Unterstützung. Erst in den 80er Jahren breitete sich von Paris, wo viele Tangomusiker u.a. Astor Piazolla, sich niederliessen und an der musikalischen Erneuerung des Genres arbeiteten, eine neue Tango Welle aus, die allmählich ganz Europa eroberte.

Heute tanzt man den Tango in Ballsälen, Salons, Klubs, Tanzschulen, stillgelegten Bahnhöfen, Güterschuppen. Die ganze Welt scheint der getanzten Umarmung verfallen zu sein. Man tanzt Tango de salón, Tango orillero, Tango phantasia und seit kurzem auch Tango nuevo. Mit verwegenen Figuren wie damals, als Tango noch ein Sittlichkeitsverbrechen war, auf der Bühne mit spektakulären Sprüngen und Akrobatik, aber auch ruhig und innig vollführen die Tänzer einen Spaziergang, bei dem die Eleganz des Mannes, und die Sinnlichkeit der Frau sichtbar werden.
Ungeachtet aller Stile bestehen im Kern – die Absicht des Mannes und die Hingabe der Frau. Führen bedeutet, die Intention der Bewegung und die Sicherheit zu vermitteln. Sich hingeben heisst, eine Haltung anzunehmen, die die Bereitschaft für Neues einschliesst – ohne Spekulation, ohne Angst – eine Bewegung vorauszuahnen und mit eigener Energie auszuführen. Auch wenn die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und ihren Rollen offensichtlich sind, eine Trennlinie existiert nicht – beide setzten in den drei Minuten des Tangos alles ein, was sie haben um „in dem Tanze der Wehmut und des Verderbens den Glanz des Augenblickes“ miteinander zu teilen.

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Zur Autorin:

Als Modefachfrau mit psychologischem Hintergrund setzt sich Beata Sievi in ihrer künstlerischen Tätigkeit mit sinnlichen Kreationen und mit der Modegeschichte auseinander. Seit 14 Jahren führt sie in Winterthur das schweizweit einzige Massatelier für Korsetts und extravagante Abendmode. Beata Sievi tanzt seit mehreren Jahren Tango Argentino und assistiert ihrem Mann, Rolf Schneider, gelegentlich im Tanzunterricht. Im Tango sieht sie eine in die Kultur eingebettete zwischenmenschliche Begegnung, die körperliche und emotionelle Nähe ermöglicht. 

Credits: Photographie: Giorgio von Arb, Kostüme: Beata Sievi, Models: Cindy R. und Tangolehrer Silvio Grand, Hairstyling: Franziska Schaufelberger, Makeup: Kathrin Tollas, Schuhe; http://www.tangoschuhe.ch

Literatur:

Auf der Spur der Umarmung, Benzecry Saba Abrazos 2007
Asi bailaban el Tango, Gabriela Hanna, Metro Verlag Berlin 1933
Bazar der Umarmungen, Sonia Abadi, Abrazos 2010
Der Tango, Horacio Salas, Abrazos 2002
Tango, Diether Reichardt Suhrkamp, 1983
Tango hautnah Dr.Michael Dudley, Felicitas Hübner Verlag2006
Tango, una pasion ilustrada, Gustavo Varela 2010

«Trouver son Jules à Paris » – Auftakt zu einer Bild-Geschichte von Ewald Vorberg und Beata Sievi

Auftakt

Sie ist heute im Cafe Montmartre mit einem Fotografen verabredet. Seine Bilder gefallen ihr seit langem und sie wagte es, ihn anzufragen, ob er an einer Zusammenarbeit interessiert wäre. Er hat ihr ein rendez-vous zum Kennenlernen vorgeschlagen – im Café Francoeur hinter dem Montmartre, wo auch sein Atelier ist.

Pepita Kleid Vintage Couture Style Atelier « entre nous », Bild: Ewald Vorberg
Elerinna im Pepita Kleid Vintage Couture Style Atelier « entre nous », Bild: Ewald Vorberg
Pepita Kleid Vintage Couture Style Atelier « entre nous »
Pepita Kleid Vintage Couture Style Atelier « entre nous », Bild: Ewald Vorberg
Pepita Kleid Vintage Couture Style Atelier « entre nous », Bild: Ewald Vorberg
Pepita Kleid Vintage Couture Style Atelier « entre nous », Bild: Ewald Vorberg

 Das Quartier gefällt ihr, wirklich „bobo“ – bohemian bourgeois, wie man in Paris sagt. Sie ist etwas früh dran und wartet ein wenig auf der Treppe, bevor sie zum Café hinunter steigt. Bei der Treppe unten angekommen sieht sie ihn zum ersten Mal – den Kellner, wie er in etwas steifer Haltung sein Tablett präsentiert.

Cafe Francoeur, Monmartre, Bild: Beata Sievi
Café Francoeur, Montmartre, Bild: Beata Sievi

Der Fotograf will sie gleich in sein Studio mitnehmen, um ein paar Probefotos von ihr im Pepitakleid zu machen. Sie trinken schnell einen Kaffee und verlassen gemeinsam das Café. Plötzlich fällt ihr etwas ein und sie gibt vor, etwas vergessen zu haben. Als sie das Café erneut betritt kommt ihr der Kellner entgegen. „Sie haben etwas vergessen“, sagt er und reicht ihr eine gefaltete Serviette. Sie steckt diese schnell zurück und geht. Als sie die Serviette entfaltet ist darauf nur ein von Hand geschriebener Satz zu finden: „Vous êtes belle. Jonnatan“

Fortsetzung folgt