Frau im Korsett – von Schönheit und Sexappeal im Wandel der Zeit

Essay zur Korsett-Ausstellung in Basel, Beata Sievi 2019

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«Frau im Korsett täuscht uns einen perfekten Körper vor“, stellte der Modekritiker Eugene Chapus 1862 fest und fügte hinzu: „Diese Frau ist eine Lüge, doch ziehen wir offenbar die Lüge der Wirklichkeit vor». Frauen ihrerseits waren sich der Wirkung der Halbwahrheit bewusst und brachten seit Ende des 17 Jh. ihre Reize mit mehr oder weniger steifem Mieder konsequent zur Geltung. War diese Praxis ein Tribut an den männlichen Geschmack und somit Unterwerfung oder entsprang sie dem eigenen Bedürfnis nach Selbstinszenierung? Was bedeutete es für Frauen überhaupt, ein Korsett zu tragen? Und was heisst es heute, Korsett-Anfertigung als Beruf zu wählen? Habe ich in meiner 20-jährigen Arbeit als Corsetiére der Selbstermächtigung der Frauen oder eher dem Patriarchat gedient?

Mein erstes Korsett war durch eine romantische Liebe inspiriert. Als beginnende Korsettdesignerin befand ich mich 2001 in einem außerordentlich intensiven Briefaustausch mit einem französischen Intellektuellen, der nicht weniger als ich von Korsetts fasziniert war. Unsere Korrespondenz, die mir verdeutlichte, dass das Korsett eine ideale Projektionsfläche für vielfältige geheime Wünsche sein kann, befruchtete meinen eigenen Wunsch, ein solches Kleidungsstück auch für mich selbst anzufertigen. Das Projekt war stark mit der Sehnsucht nach Anerkennung verbunden. Der Mann behauptete nämlich mehr über Korsetts als Objekt zu wissen, als ich je einmal im Stande sein würde und löste damit mein künstlerisches Aufbegehren aus. Ich bedruckte den Stoff für meine Kreation mit den Gedichten von Apollinaire und dessen Briefe an seine Geliebte Lou, um meinen Korrespondenten von meinem handwerklichen Können und von meiner Zuneigung zu überzeugen. Das Korsett „Lou“, in welches ich 50 Stunden Arbeit investierte, das äusserst originell und kunstvoll gestaltet war, jedoch nicht sehr eng wirkte, beeindruckte jedoch mehr meine Kundinnen als den Adressaten. So eröffnete sich mir eine neue kreative Epoche, die jenseits dieser Liebe fruchtbar war.

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Korsett – ein Folterinstrument?

Das «Korsett als Folterinstrument» ist für mich, im Gegensatz zur populären Auffassung, ein Mythos. Mit meinen Wurzeln in der polnischen Kultur, welche die Geschlechtsunterschiede im sozialen Verhalten stark betont, war ich schon früh für die weibliche Schönheit sensibilisiert. Eine bewusste Gestaltung des eigenen Äusseren, insbesondere der eigenen Kleidung, war für mich immer ein kreativer Akt, der auf das innere Wohlbefinden und auf das Selbstwertgefühl einen grossen Einfluss hatte. Die Kleider, die ich mochte, mussten nicht den Anspruch auf Tragkomfort, sondern den auf Eleganz zu erfüllen. Als ich mit den Studien der Korsettgeschichte begann, überzeugten mich daher die Ausführungen der Modehistorikerin Valerie Steele, dass das Tragen des Korsetts immer ein von Frauen bewusst eingesetztes Mittel der Inszenierung ihrer Schönheit war. In ihrem Buch «Womens fashion and eroticism» vertritt sie die Ansicht, dass ein Mieder immer ein selbstgewähltes Spiel mit den erotischen Reizen des Körpers ermöglichte, und die Trägerin dabei unzugänglich und geschützt blieb. Dies habe den allfälligen Mangel an Tragekomfort bei Weitem ausgeglichen:
«Die Mode war zuweilen unbequem oder unpassend, aber sie hat von möglichen Defiziten der Natur abgelenkt, während sie auf attraktive Merkmale aufmerksam machte und die Trägerin idealerweise hübsch und charmant aussehen und fühlen liess» – meint die Autorin. Das impliziert aber keinesfalls, dass Frauen ein modisches Accessoire wie Korsett mögen, weil es schmerzhaft ist. Der menschliche Geist kann sich offensichtlich auch an dem erfreuen, was für den Körper Schmerz oder zumindest eine Unannehmlichkeit bedeutet.

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Mode als Inszenierung des idealen Ichs

Die Funktion der Mode liegt nach Valerie Steele grundsätzlich darin, einem Menschen das Inszenieren eines idealen Selbsts zu ermöglichen. Das Korsett eignet sich hier perfekt, da es durch die modellierende Funktion dem Körper eine ideale Form verleiht. Ob der Taillenumfang dabei nur minimal oder drastisch reduziert wird, kann individuellem Empfinden angepasst werden. Mehr als alle anderen Kleider ist das Korsett dazu prädestiniert, Ausdruck einer Vision unseres physischen Selbst und unseres Selbstbewusstseins zu sein. Innerhalb der vorherrschenden Modetrends und ihrer materiellen Möglichkeiten haben Frauen daher immer die Kleider gewählt, die ihnen ein besseres Image ermöglichten. «Unsere modische Erscheinung ist eine Form der Selbstpräsentation, ein Kompromiss zwischen dem, was wir sind, und dem was wir sein möchten, zwischen dem privaten Selbst und dem Selbst für die anderen» – stellt Valerie Steele fest – «Mode ist immer ein Widerspruch zu Natürlichkeit, weil sie dem Menschen hilft nicht das reale, sondern das ideale Bild von sich selbst zu kreieren.»

Die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten, das Korsett als Vehikel des «idealen Selbst» einzusetzen, resultierte in meinem Fall in der neuen Kreation «Contessa rouge». Nicht nur war dieses Korsett in der Taille deutlich enger als alle vorherigen Modelle, sondern es verfügte auch über einen elaboriertes balconett, um den Brüsten eine vollendete Form zu geben. 40 Bänder mussten zwischen zwei Stoffschichten eingezogen werden, um einen sanften und doch sicheren Hebe-Effekt zu erreichen. Den hochwertigen Stoff sandte mir der französische Verehrer, mit dem ich inzwischen 300 Briefe ausgetauscht hatte, als Inspiration zu. Er hatte ihn an der Rue Montmartre in Paris eingekauft, bei einem Stoffhändler, der auch die Haute Couture Häuser belieferte. Füllig und edel schimmernd trug der rote Satin Duchesse aus reiner Seide einen Hauch der grossen Welt in mein Atelier in der Altstadt von Winterthur und täuschte mir und meinen Kundinnen Zugang zur weltlichen Opulenz vor.

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Korsett, Krinoline und weibliche Macht

Die Opulenz faszinierte mich fortan, insbesondere die des Barocks und des Rokokos. Immer wieder stellte ich mir die Frage, warum es stets neue Moden, neue Looks gab, die alle samt durch neue Formen des Korsetts ermöglicht wurden. Valerie Steeles antwortet und bringt es auf den Punkt: « Das Bedürfnis nach Neuem ist konstant und wird immer durch, egal wie geartete Kontraste, befriedigt, es geht um die immerwährende Erneuerung der erotischen Neugierde.» Meine künstlerische Neugierde veranlasste mich, detaillierte Recherchen über die wichtigsten historischen Korsettformen anzustellen, und mit den Jahren führte mein Ehrgeiz so weit, dass ich sie alle nachahmen konnte.
Das aufwendigste Projekt in diesem Zusammenhang war die Kreation «Madame Du Barry», die der Maitresse des Ludwig XV gewidmet war. Über 200 Stunden Arbeit erforderten das Korsett und die dazugehörende Krinoline, ein wahrhafter Exzess, erst recht angesichts der Tatsache, dass es dafür keine Auftraggeberin gab. Zumindest wurde die Robe im Rahmen einer kleinen Inszenierung vorgeführt. «Paradies im Boudoir» war ein Kabinettstück mit fünf Models und mit Harfenklängen für eine Handvoll nobler Kundinnen und Kunden. Während der Aufführung fiel die unglaubliche Anmut der Frau auf, die das enge Korsett und die opulente Krinoline trug, in der für Rokoko typischen ovalen Form. Und wie sie ihren Begleiter, dem es an Schönheit auch nicht fehlte, in den Schatten stellte.

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Kritiker der Krinolinen-Mode betrachteten das Accessoire im 18 Jh. als verwerflich, weil durch den bis zu drei Meter breiten Pannier ein Mann gezwungen wurde, hinter der modisch angezogenen Frau zu gehen. Die männlichen Kommentatoren deuteten den imposanten Umfang der Stahlreifenkrinoline, die nach einem kurzen Rückzug in den Zeiten der Französischen Revolution ein grosses Revival im 19 Jh. feierte, als Sinnbild für Statusdenken und Machtwillen der Frauen. In den Augen dieser Kritiker schien sich das schwache Geschlecht mittels der raumgreifenden Mode bewusst eine bessere Stellung anzumassen und den im Vergleich unscheinbar wirkenden Mann wörtlich beiseite zu drängen.

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In einer berühmten Karikatur von Charles Verniers 1857 wird eine Dame in einer Ballkrinoline dargestellt, die so gross ist, dass sie das Passieren einer normalen Türöffnung unmöglich macht. Zwei mit Spitzhacken bewaffnete Diener müssen einen breiteren Durchgang zum Ballsaal in die Wand schlagen. Korsett und Krinoline, die modischen Accessoires, die ihren Ursprung in der männlichen Vorliebe für eine schlanken Taille und breite Hüften hatten, wandelten sich in eine Strategie, die wortlos darauf abzielte, die Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern umzustürzen.

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Optimierte Nacktheit – Korsettphilosophie im Boudoir

Die modischen Interessen der Frauen und ihr Streben nach Schönheit wurden oft als Eitelkeit bezeichnet und moralisch getadelt. Im Victorianischen England erschienen mehrere kritische Schriften, die in der Gesundheit, dem offenen Blick und der distinguierten Bewegung die ausreichenden Kriterien der Attraktivität einer Frau sehen wollten. Es seien die Qualitäten des Charakters wie Höflichkeit, Bescheidenheit und Selbstrespekt, die dem Körper die Aura der Schönheit verliehen – behauptete ein anonymer Autor von „Artificial Woman-Making“ in 1869. Vielleicht versteckte sich hinter diesen Aussagen der meist männlichen Kritiker die Angst vor den verführerischen Reizen der modisch gekleideten Frauen, deren Sexualität als gefährlich galt? Ungeachtet dieser Kontroverse zwischen natürlicher und künstlicher Schönheit ist ab ca.1870 ein gesteigertes Interesse der Frauen an luxuriöser Lingerie zu beobachten. Die Wäsche-Korsetts dieser Zeit werden aus farbigem und gemustertem Seiden-Satin gefertigt, oft von Hand bestickt und mit einem passenden Petticoat ergänzt. Es ist offensichtlich, dass dabei der Moment des Ausziehens mitbedacht wurde.

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In meinem Atelier empfing ich zuweilen Frauen, die – wie ich in den Gesprächen erfuhr – in intimen Situationen raffinierte Unterwäsche der Nacktheit vorzogen. Meine Korsetts mit ihrem ungewöhnlichen Design assoziierten sie aber eher mit Prestige und Gala-Events als mit einer intimen Situation der Verführung. Bis mich eine neue Kundin ausdrücklich darum bat, ein Korsett für sie zu entwerfen, das leicht genug wäre, um im Schlafzimmer getragen zu werden. Ihre Vorliebe für Dessous teilte sie mit ihrem attraktiven, um mehrere Jahre jüngeren Liebhaber. Ihre Geschichte erinnerte mich an die neuste Forschung der amerikanischen Neurologin Martha Meana, die besagt, dass der Ausdruck der Begierde in den Augen eines Mannes für Frauen das stärkste Aphrodisiakum sei. Weshalb also nicht mit der Illusion eines perfekten Körpers spielen, um das Verlangen zu steigern? Ich bestellte für meine Kundin aus England einen feinen Stoff und vom renommierten St. Galler Fabrikanten Forster Rohner zauberhafte Guipuire-Spitze. Es entstand ein Korsett, das eine perfekte Synthese aus Romantik und Frivolität darstellte und auch weitere Kundinnen begeisterte. Hat nicht schon Helene Hessel 1920 behauptet, dass jede Frau mit Hilfe der geschickten Kleidung im Stande sei, der «natürlichen» Polygamie des Mannes entgegenzuwirken? Die Berichte meiner Kundin über ihre lustvollen Erfahrungen und vor allem ihre wiederkehrenden Aufträge hielt ich für den Beweis des Erfolgs dieser Strategie.

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Die Boudoir-Kollektion aus den Jahren 2014-2017 war mein Versuch, das Spiel des Verhüllens und Enthüllens in den Vordergrund zu stellen. Der Name der Kollektion «Boudoir» nimmt Bezug auf die Bezeichnung des intimen Raumes zwischen dem Schlafzimmer und Essraum, in welchem im 18 Jh. Damen der Aristokratie ihre Liebhaber zu Besuch empfingen. Die an meinen neuen Korsetts angebrachten Strapsen, Spitzen, Schnürungen und Bänder dienten dazu, der Trägerin zu helfen, aus einem Akt der Entkleidung eine wahre Inszenierung zu machen und waren darauf ausgerichtet, das Auge des Betrachters und vor allem seine Geduld aufs Äusserste zu reizen. In der Folge durfte ich einige Boudoir-Korsetts als Geschenk begeisterter Herren an ihre geliebten Damen anfertigen.

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Ein zeitgenössischer Philosoph bestärkte meine Auffassung der Erotik: „Das Erotische lebt nicht nur von einer Differenz zwischen den Geschlechtern, die angeblich längst hinfällig geworden ist, es lebt vor allem von einer Gestik des Entblössens, die wusste, dass das Wechselspiel von Enthüllen und Verhüllen nicht nur im faktischen Sinne das erotische Begehren strukturiert, sondern dem Eros auch seine philosophische Dignität gibt». Das schreibt Konrad Liessmann in seinem Essay «Eros, der listige Gott» und er fügt hinzu: «Eros ist in hohem Masse ein Spiel mit dem Verbergen und Entbergen von Wahrheiten, und die zufällig oder gezielt dem Blick preisgegebene Haut, die mehr ahnen als sehen liess, galt lange als das sinnfälligste Moment in der Dynamik erotischer Begegnungen..» Dies wollte ich auch für die heutige Zeit geltend machen. Aber um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, machte ich meinen Kundinnen deutlich, dass es sinnvoll sei, klar zu unterscheiden zwischen den Korsetts, die ihre Schönheit zur Geltung bringen und von solchen, die die erotische Attraktivität betonen – und die Letzteren nur im jeweils passenden, d.h. im privaten Kontext einzusetzen. Dort allerdings versprechen sich Frauen von ihren privaten Inszenierungen oft mehr, als diese tatsächlich erbringen, wie es sich auch später im Fall meiner Kundin herausstellte.

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Frau im Korsett: Schön oder sexy? Weibliche Attraktivität im Wandel der Zeit

Die Soziologin Eva Illouz macht in ihrem Buch «Warum Liebe weh tut» darauf aufmerksam, dass sich die heute so wichtige Sexyness deutlich vom Begriff der Schönheit unterscheidet. Bis ins 19. Jh. galten Frauen als attraktiv aufgrund der Schönheit, die nicht nur als eine körperliche, sondern zugleich eine geistige Eigenschaft verstanden wurde: «Die sexuelle Attraktivität als solche stellt ein neues Bewertungskriterium dar, das gleichermassen von der Schönheit wie vom moralischen Charakter abgelöst ist.» Sie ist darauf ausgerichtet, durch bewusst eingesetzte körperliche, sprachliche und kleidungsbezogenen Kodes direktes sexuelles Begehren auszulösen.
Auch Valerie Steele betont, dass Schönheit bis in die viktorianische Epoche immer auch als spirituelle, intellektuelle und ethische Exzellenz begriffen wurde und «perfekter Körper gleichzeitig noble Seele bedeutet». – Korsettmode hat zwar die erotische Attraktivität der Frauen erhöht, gleichzeitig war sie aber in den kulturellen Kontext eingebettet. So z.B. waren die exzentrischen und auffallenden Kleider den Maitressen und Kokotten vorbehalten, während es nur für die verheirateten Frauen als angemessen galt, wertvolle, aber elegante Kleider zu tragen, und von den jungen Frauen und Mädchen Bescheidenheit äusserer Erscheinung verlangt wurde. Das Korsett durfte das Dekolleté durchaus zur Geltung bringen, aber die erlaubte Tiefe wurde durch die Tageszeit, Art des gesellschaftlichen Anlasses und vor allem durch die Vertrautheit der sozialen Umgebung bestimmt. Das Korsett und die gesamte damit verbundene Gestaltung des Auftritts symbolisierten somit vor allem den gesellschaftlichen Rang und das Prestige, weshalb die Frauen mit dem niedrigeren gesellschaftlichen Status gern die Moden der Aristokratie und der Bourgeoisie nachahmten.

So sehr das Korsett die erotischen Reize der Frau hervorzuheben vermochte, besass es gleichzeitig eine etwas entgegengesetzte Bedeutung – die aufrechte Körperhaltung, die es erforderte, und der Schutz, welchen es dem Körper bot, demonstrierten die moralische Haltung der Trägerin. Bis Ende des 19. Jh. galt es für Frauen aller Schichten als unsittsam, ohne Korsett in der Öffentlichkeit zu erscheinen – «lockeres Korsett- lockere Sitten» – lautete eine in England des 19. Jh. geläufige Redewendung.
All das unterscheidet sich sehr von der expliziter Reduktion des weiblichen Körpers auf die optischen Reize und seine Funktion als Genussobjekt, wie wir es seit der Gründung des Magazin Plyboy 1953 erleben.

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Orgasm me first – Korsett in Zeiten der Me Too Bewegung

Ich traf meine Kundin, die so viel in ihre Verführung investiert hatte alleine in meiner Salon-Veranstaltung wieder, die der weiblichen Lust und der erotischen Selbstbestimmung gewidmet war. Ihr Freund hatte sie verlassen, nachdem sie etwas konsequenter auf dem eigenen sinnlichen Vergnügen beharrt hatte. Sie fragte mich, ob ich ihre Korsetts für Ausstellungszwecke verwenden möge, weil sie sich nicht mehr an ihre Leidenschaft erinnern will. Die Geschichte entfachte eine angeregte Salon-Diskussion und es stellte sich heraus, dass sich einige Frauen heute als Verliererinnen der sexuellen Revolution sehen, weil sie in der freien Sexualität nicht nur dazu gezwungen werden auf Liebe und Wertschätzung, sondern oft sogar auf die sexuelle Befriedigung zu verzichten. Auch die Umfragen von Psychologinnen und Sexologinnen belegen, dass insbesondere junge Frauen im intimen Setting mit einem egoistischen Verhalten der Männer konfrontiert sind, und den männlichen Dominanzstrategien oft nicht entgegenzuwirken vermögen. Die Kultur der Moderne, welche die sexuelle Freiheit der Frauen als Zeichen ihrer Macht stilisiert, ermächtigt sie offensichtlich noch weniger dazu, für ihr eigenes sinnliches Vergnügen einzustehen, als es in Zeiten meiner Jugend üblich war.
Da ich nicht nur Korsettdesignerin, sondern auch Psychologin bin, und den Wunsch verspüre, Frauen zu ermutigen, nicht nur an die Verführungskunst zu denken, sondern auch für ihre sinnlichen Bedürfnisse einzustehen, habe ich anschliessend ein Korsett mit der Aufschrift «#Orgasm me first» kreiert. Es wurde ganz schlicht. Ich liess die auffordernde Aussage in Schwarz auf einem weissen Leinenstoff aufdrucken. Die junge Frau in der Druckerei, die meinen Auftrag entgegennahm, liess sich in kein Gespräch über die Aussage der Kreation verwickeln und erledigte ihren Auftrag mit einer unerschütterlichen sachlichen Neutralität. Als meine Arbeit an diesem Korsett beendet war, wurde mir bewusst, dass dies vorerst meine letzte Kreation war.

Ob eine Frau, die ein Korsett trägt, heute noch als Subjekt oder lediglich als Lustobjekt betrachtet und erlebt wird, hängt offensichtlich vom Potential des Betrachters ab. In Zeiten der Sexualisierung und Vermarktung des weiblichen Körpers liegt die Gefahr nahe, dass die Frau auch im Korsett lediglich auf die primären Reize reduziert wird. Mir wäre es lieber, wenn ein Korsett erneut als Ausdruck von Schönheit und innerer Stärke fungierte, und vorerst Distanz signalisiert. Wenn die Diagnose von Eva Illouz über das Vorherrschen des hedonistischen Kalküls und die zunehmende Unfähigkeit, tiefe, verlässliche Bindungen einzugehen, stimmt, dann gilt es, den Einsatz der Verführungskräfte gut abzuwägen, auch wenn diese überall im Namen der Befreiung eingefordert werden. Vielleicht kann sich die Frau von heute zum Subjekt ihrer sinnlichen Inszenierung machen, indem sie den begehrenden männlichen Blick, der ihr begegnet, zu lenken beginnt? Möglicherweise dürfte sie ihn überhaupt erst dann erwidern, wenn er nicht nur Begehren, sondern Liebe – und am besten jenseits des Boudoirs – zum Ausdruck bringt.


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Literatur:

Valerie Steele: Fashion and Eriticism , Oxford University Press 1985
Valerie Steele: The Corset, Yale University Press 2001
Ridikül. Mode in der Karikatur, Du Mont 2003
Eva Illouz: Warum Liebe weh tut: Surhkamp 2016
Sandra Konrad: Das beherrschte Geschlecht, Piper 2017
Konrad Liesmann: Der Listige Gott, Zsolnay 2002


Danksagung:

Mein Dank geht an alle Freunde, die mir beim redigieren des Textes behilflich waren,  insbesondere an meine Schreibmentorin Marianne Ulmi.
Ich bin allen Fotografen dankbar, die meine Arbeit dokumentiert haben. Besonders dankbar bin ich Ewald Vorberg, der über mehrere Jahre hinweg mit viel Geduld an der Umsetzung meiner Vision der Sinnlichkeit, die der Subjektivität der Frau von heute gerecht wird,  beteiligt war.


Ausstellung:

Eine grosse Retrospektive meines Schaffens wird im Rahmen einer Ausstellung „Korsetts – edel und bunt geschnürt“, die auch historische Korsetts zeigt, im Museum Spielzeug-Welten in Basel vom 15. April bis 9. Oktober 2019 zu sehen sein. Meine gesamte Kollektion von 45 hochwertigen, handgefertigten Korsetts, wird nach der Ausstellung zum Kauf angeboten oder aber kann für weitere Ausstellungszwecke gemietet werden. Angaben zur Ausstellung finden Sie in meinem Blogartikel und auf der Homepage des Museums.

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Wollust – die schönste Todsünde. Lesung im Salon von Beata Sievi

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Korsett mit galanter Grafik, Beata Sievi Corset Artist 2003

Sexuelle Empfindungen und sexuelle Aktivitäten hängen mit der Befriedigung zentraler menschlicher Bedürfnisse zusammen. Sie zeigen eine große Variationsbreite sowohl in der Intensität des Erlebens als auch im Spektrum des sexuellen Verhaltens. Das sinnliche Verlangen kann einen Menschen gelegentlich derart überwältigen, dass dieser für Stunden, Tage oder sogar Wochen das Gefühl hat, nicht mehr Herr seiner selbst zu sein. „Mit Wollust zu leben ist, als wäre man an einen Geistesgestörten gefesselt“ – sagt Philosoph Simon Blackburn in seinem Essay „Wollust. Die schönste Todessünde.“ Und er betonnt, dass so etwas wie kontrollierte Ektase gar nicht gibt – wenn man vor Lust die Erde beben spürt. So ergeht es auf jeden Fall auch dem Protagonisten des Romans „Morbus Fonticuli“ von Frank Schulz, der der sexuellen Energie und dem üppigen Körper der Exfloristin Bärbel verfällt, und  dabei Verstand und Stellung verliert. Seine auserwählte scheint ein Archetypus der lustvollen Frau zu sein, die sich um nichts anderes, als um sinnliches Vergnügen kümmert:

«Sie war eine Holly Golightly aus der Provinz. Sie war eine der wenigen Frauen ohne Handtasche, die ich kannte; Geld trug sie lose in den Jeans beziehungsweise, wenn sie ein Kleid anhatte, in den Stiefelchen, im Slip oder im Dekolleté. Scheine, versteht sich. Münzen verwendete sie – und keineswegs erst zur Zeit ihres gerade zu spät venezianischen Lebensstils als prosperierende Geschäftsfrau – als Trinkgeld und Almosen, oder sie schenkte es Kindern. Sie rannte einfach so in der Gegend herum, nichts am sensationellen Leib als das Nötigste. Im Sommer lief sie barfuss, den Haustürschlüssel am Halskettchen, darüber ein leichtes Fähnchen: ohne Geld, ohne Sorgen, ohne Verlegenheiten. Fast immer fand sich ein lüsterner Grünschnabel, ein Marktbeschicker oder Schornsteinfeger, ein Intellektueller Stromer oder chevalesker Frührentner, der sich Schwachheiten einbildete und ihr ein Eis oder ein Glas Sekt spendierte. Sie lebte in den Tag und in die Nacht hinein, nicht nur in die Samstagnacht wie so viele ihre Altersgenossen.» Gab es für diese Romanfigur ein reeller Prototyp oder handelt es sich um reine Phantasie des Autors und die männliche Phantasie schlechthin?

Korsett mit galanter Grafik, Beata Sievi Corset Artist 2003, Silber Schnalle: Priska Steiner
Korsett mit galanter Grafik, Beata Sievi Corset Artist 2003, Silber Schnalle: Priska Steiner

Die 1,5 Stündige Lesung „Bärbel Episoden – oder die Fesseln der Wollust“, die am 6. April in meinem Salon stattfinden wird, bietet eine Auswahl der aufregendsten sinnlichen Abenteuer von Bodo und Bärbel. Faszinierend und fesselnd sind dabei nicht nur die sonderbaren Freilichtakten und originellen Szenarien der sinnlichen Begegnungen, sondern die Dynamik der gegenseitigen sexueller Herausforderung. „Wollust ist hier wie gemeinsames musizieren, wie eine harmonische Symphonie aus Freude und entsprechender Reaktion“ – beschreibt Blackburn eine glückliche Liebesbegegnung, was auch auf Bodo und Bärbel zutrifft.  Hier finden beide nicht in erster Linie Gefallen an sich salbt, sondern an der Erregung des anderen. Die Liebesszene auf der Köhlbrandbrücke gehört mit Sicherheit zu den gewagtesten Liebesszenen der Literatur. Wer an ihr Anstoss nimmt, dem sei erinnert, dass selbst der griechische Philosoph Diogenes den Geschlechtsakt als natürlich angepriesen hat, und um dies zu beweisen ihn mit seiner Frau Hipparchia auf den Treppen des Tempels  in aller Öffentlichkeit zu treiben pflegte.

Corset Colette Beata Sievi

Eindrücklich und sprachlich gewandt ist auch das Zugeständnis der Protagonisten des Romans für die gemeinsame Vorliebe für Lingerie, das die These vom Blackburn bestätigt, dass Wollust im wesentlichen die Vorfreude auf sexuelle Aktivität sei. Da auch meine Arbeit als Korsettdesignerin über die Jahre so verstandener Wollust diente, habe ich mit besonderer Freude folgenden Abschnitt des Romans von Schulz in die Strichfassung der Lesung, die zum ersten mal im 2006 in meinem Atelier stattfand, aufgenommen:

„Alle diese Körbchen, Leibchen, Höschen, diese tieffarbigen Korse- und Torseletts, diese Zierschnürrungen, diese Schleifchen und Schlaraffen, und Schlangengruben von Strümpfen! Manchmal hätte ich am liebsten niedergekniet vor den Puppen im Dessous Geschäft – o Bustier, o roter Tülleinsatz, o unziemliches Zaumzeug! O betörend schlüpfrige Phantasie, die du den Tanga über die Rüschenbändsel zu ziehen die Dekorateurin veranlasstest! O winziger technischer Appeal der blinkenden Schnalle inmitten der sündigen Feinstofflichkeit – o herrliche Sauerei! Die reinste Gehirnwäsche!“

Der Text verquirlt Nonsens und Kalauer, Ironie und Sarkasmus, Satire und Parodie, und ist – in der hervorragenden Interpretation des Schauspielers Ulrich Vogel – ein furioses Hörvergnügen. Ich freue mich darauf am 6. April 2019, nach 12 Jahren seit der ersten Lesung, den Text noch ein mal zu hören und diese Freude mit meinen Salon-Gästen zu teilen. Nach der Lesung findet eine moderierte Diskussion statt. Wir diskutieren darüber, ob und unter welchen Umständen sexuelle Impulse die Kraft besitzen unsere Willensprozesse zu durchkreuzen.

Wichtige Informationen über die Veranstaltung:

Teilnehmer*innen Zahl ist auf 18 Personen beschränkt. Es sind derzeit noch 4 Plätze frei. Anmeldung bis 8. März an salon@beatasievi.ch. Bitte bei Anmeldung volle Anschrift angeben.
Datum: 6. April 2019, 17-21 Uhr, Eintrittspreis: CHF 65 Neugäste/ CHF 55 Stammgäste inkl. Konsumption (Prosecco, Wein, Kafé, Tee, Salziges und Süsses. Ort: Salon-Bibliothek von Beata Sievi, Winterthur

Informationen über den Schauspieler:

Ulrich Vogel wirkt als Schauspieler, Sänger, Sprecher, Kabarettist und Bühnenbildner im Raum Karlsruhe – Frankfurt. Die Bühnenreife erlangte er am Staatstheater Karlsruhe.
Von 1992 – 2005 war er am Theater der Stadt Heidelberg als Schauspieler engagiert. Dort gewann er auf Grund seiner stimmlichen Fähigkeiten, auch spartenübergreifend, als Sänger ein treues Publikum. Daneben hat er sich durch zahlreiche, vor allem auch erotische Lesungen im Frankfurter Venusberg, einen Namen als gefragter Vorleser gemacht. Derzeit arbeitet er freiberuflich mit Wohnsitz in Karlsruhe.

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John Collier, Lilith, 1887

 

Traditionelles Korsett – Kunsthandwerk, das gelernt werden kann

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Korsett angefertigt unter der Anleitung von Beata Sievi Korsett Artist, Januar 2019

Dieses wunderschöne Korsett wurde angefertigt unter meiner Anleitung von einer begabten Damenschneiderin aus dem Hessichen Rundfunk in Deutschland, die im drei tägigen Kurs sowohl die Verarbeitung des traditionellen Korsetts als auch die Schnittentwicklung nach Eigenmass erlernte. Der exklusive englische Korsettstoff und die St.Gallerspitze haben zu dem spektakulären Endeffekt beigetragen.

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Korsett-Anfertigung unter der Anleitung von Beata Sievi in Winterthur
Korsett-Anfertigung unter der Anleitung von Beata Sievi Corsett Artist
Korsett-Anfertigung unter der Anleitung von Beata Sievi Corsett Artist
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Korsett-Anfertigung unter der Anleitung von Beata Sievi Corsett Artist
Korsett angefertigt unter der Anleitung von Beata Sievi Korsett Artist, Januar 2019
Korsett angefertigt unter der Anleitung von Beata Sievi Corsett Artist, Januar 2019
Korsett angefertigt unter der Anleitung von Beata Sievi Korsett Artist, Januar 2019
Korsett angefertigt unter der Anleitung von Beata Sievi Corsett Artist, Januar 2019

Dieser Basis-Kurs kann bei mir bis Ende August 2019 an den von Ihnen gewünschten Daten gebucht werden. Ich biete ihn in verschiedenen Varianten an:

Allen Besucherinnen aus dem Ausland empfehle ich eine Buchung meines Kurses im Zeitraum vom 15. April – 9.Oktober 2019, so dass er mit dem Besuch der Ausstellung „Korsetts edel und bunt geschnürt“ in Museum Spielzeug-Welten in Basel, die auch 45 Korsetts aus meiner eigener Kollektion umfasst, kombiniert werden kann.

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Spitzenbustier-Kurs – wie Kunsthandwerk und exklusive Materialien eine schöne Figur machen

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Perfekte Verarbeitung – Bustier-Kurs von Beata Sievi Corset Artist – Weiterbildung für Damenschneiderinnen

Seit Jean-Paul Gaultier zum ersten Mal Underwear as Outerwear zeigte, sind in den Couture Kollektionen Korsetts und Bustiers, die durch Lingerie inspiriert sind und als Abendgarderobe getragen werden immer wieder zu sehen. Die eingesetzten BH-Schalen betonnen das Dekolleté und sind ein Eyecatcher.

Korsett Nähen Spitzenbustier - Musterstück angefertigt unter der Anleitung von Beata Sievi
Spitzenbustier – Musterstück angefertigt unter der Anleitung von Beata Sievi

Seit Anbeginn meiner Tätigkeit als Corsetiére hat mich die Anfertigung eines Bustiers fasziniert, doch war es sehr schwer ohne spezifisches Wissen, das nirgendwo zugänglich war. 1999 kam ich auf die Idee ein Praktikum in einer kleinen Manufaktur in meiner Heimatstadt Gdansk, in Polen, zu absolvieren, um dort die entsprechenden Lingerie-Nähtechniken zu erlernen. Im Gegensatz zu einer Dessous-Fabrik, die über mehrere spezielle Maschinen verfügt, um einen BH oder ein Bustier anzufertigen, verfügte das kleine Unternehmen in Danzig nur über eine einzige, sehr einfache Nähmaschine. Die erfahrenen Schneiderinnen wussten dennoch mit Geduld und Geschick alle nötigen Arbeitsvorgänge auszuführen. Noch heute basiert meine Anfertigung auf diesem damals gewonnenen Grundwissen.

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Lingerie-Anfertigung Beata Sievi Archiv, 1999
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Spitzenbusier angefertigt im Kurs von Beata Sievi, Dezember 2018
Spitzenbusier angefertigt im Kurs von Beata Sievi, Dezember 2018
Spitzenbusier angefertigt im Kurs von Beata Sievi, Dezember 2018

Mit den Jahren gelang es mir, einige der Techniken zu perfektionieren und den Ansprüchen der Haute Couture anzupassen. Dank der Zusammenarbeit mit dem renommierten Spitzenlieferanten Forster Rohner, konnte ich mich auf die Massanfertigung von Spitzenbustiers aus St. Galler Spitze spezialisieren. Seit ein paar Jahren vermittle ich dieses Fachwissen in der Form von 2-tägigen Kursen an ausgebildete Fachpersonen weiter. Das Ziel des Kurses ist die Anfertigung eines Musterstücks in der Grösse 36 mit zwei unterschiedlich gestalteten BH-Schalen – um unterschiedliche Techniken auszuprobieren zu können. Die Kurse werden entweder individuell mit einer oder mit maximum 3 Teilnehmerinnen in Winterthur geführt.

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Spitzenbusier-Cups angefertigt im Kurs von Beata Sievi, Dezember 2018
Spitzenbusier-Cups angefertigt im Kurs von Beata Sievi, Dezember 2018
Spitzenbusier angefertigt von Iris Müller aus Nürnberg im Kurs von Beata Sievi, Dezember 2018

Im Dezember 2018 durfte ich zwei erfahrene Damenschneiderinnen aus dem Ausland in meinem Spitzenbustier-Kurs begrüssen. Ganz besonders habe ich mich über die Anmeldung von Barbara Pesendorfer aus Wien gefreut, die vor vielen Jahren einen meiner ersten Kurse in der Korsettanfertigung besuchte und inzwischen unter dem Label Royal Black Couture perfekt verarbeitete und einzigartige Korsett-Kunstwerke in Wien anbietet. Die Begegnung mit dieser faszinierenden Designerin und Schneidermeisterin war für mich eine Gelegenheit zu einem interessanten und wertvollen Fachaustausch. Die gemeinsame Arbeit erstreckte sich spät in den Abend hinein und es war schön, den gemeinsamen kreativen Ideen freien Raum zu lassen.

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Bustier – Kurs von Beata Sievi, das Gestalten einer BH-Schale
Perfekte Verarbeitung vom Bustier-Cup - Barbara Pesendorfer aus Wiencup barbara
Perfekte Verarbeitung vom Bustier-Cup im Kurs von B.Sievi – Barbara / Royal Black Couture
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Barbara Pesendorfer, (Royal Black Couture), mit dem Muster-Spitzenbustier angefertigt unter Anleitung von Beata Sievi Corset Artist, Winterthur, Dezember 2018
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Spitzenbustier-Kurs von Beata Sievi Corset Artist – Weiterbildung für Damenschneiderinnen

Gerne möchte ich den Spitzenbustierkurs noch einmal im Frühjahr 2019  – voraussichtlich im April/Mai durchführen.

Ich bitte um baldige Anmeldungen unter: atelier@entrenous.ch – das Datum kann gemeinsam gewählt werden. Gerne bentworte ich Ihre Fragen zum Kurs persönlich unter der Nummer 076 328 90 89. Eine PDF-Datei mit den Konditionen können Sie hier herunterladen: spitzenbustier verarbeitungskurs frühjahr 2019

Spitzenbustier-Kurs von Beata Sievi Corset Artist - Weiterbildung für Damenschneiderinnen
Spitzenbustier-Kurs von Beata Sievi Corset Artist – Weiterbildung für Damenschneiderinnen
 

Korsett und Emanzipation

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„Orgasm me too“ – Corset by Beata Sievi Corset Artist, Juli 2018

In den 20 Jahren meiner Arbeit als Korsettdesignerin wurde ich immer wieder darauf hingewiesen, besonders gern von Journalisten, dass Korsett das ein Symbol der weiblichen Unterdrückung sei. Diesen Vorurteilen versuchte ich stets mit Gelassenheit zu begegnen. Nachdem ich in den letzten zwei Jahren eine Reihe kultureller Veranstaltungen organisiert habe, die die Befreiung der weiblichen Sexualität aus den Fesseln des Patriarchats thematisieren, werde ich nun erst recht gefragt, wie ich Korsetterie und Emanzipation miteinander verbinde. Die Antwort: Das Korsett ist dazu bestimmt, die weibliche Verführungskraft zu bestärken. Es ist nicht das Korsett, das weibliche Verführung mit Unterdrückung verbindet, sondern das Patriarchat. Denn Korsette können Frauen durchaus darin bestärken, ihre Rechte und ihr Vergnügen aktiv einzufordern. Meine neuste Kreation will diese Auffassung deutlich zum Ausdruck bringen.

Korsett revolution
Werbung für Ball`s Corset ca. 1880

Korsett und erotische Subjektivität der Frau

Als ich mich vor 20 Jahren mit der Geschichte des Korsetts zu befassen begann, stiess ich auf die Werke der amerikanischen Modeforscherin Valerie Steele. Die Untersuchung konkreter historischer Beispiele führte sie in ihrem Buch „The corset. A cultural history“ zum Schluss, dass ein Mieder schon früh ein Mittel der selbstbewussten Inszenierung weiblicher Schönheit war und in Verführungen gekonnt eingesetzt wurde. Frauen des 18. und 19. Jh. waren weit davon entfernt, lediglich Objekte des männlichen Begehrens zu sein, sondern spielten aktiv mit ihrer modischen Aufmachung. Valerie Seele lieferte mir damit einen Beweis für meine vage Intuition, dass es zu kurz greift, Korsetts per se mit Einschnürung gleichzusetzen, und sie bestätigte mir die starke Faszination für dieses besondere Objekt. Das fundierte Wissen über die Korsettgeschichte habe ich sowohl in meinem Unterricht integriert als auch den Journalisten zu vermitteln versucht.

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Jean-François Detroy, Lady showing bracelet to her suitor, 1734

Heute, nach der Lektüre der Werke der berühmten Soziologin Eva Illouz, würde ich zu der Analyse von Valerie Steele gerne etwas ergänzen. Auch wenn früher das Korsett den Frauen in sexuellen Beziehungen durchaus zu Subjekt- und nicht einfach zu Objektstatus verholfen haben mag, so verblieb ihre Autonomie dennoch auf einen relativ schmalen Raum beschränkt. In ihrem Werk „Warum die Liebe weh tut“ argumentiert Eva Illouz, dass Schönheit und sinnliche Anziehungskraft in der patriarchalischen Gesellschaft über Jahrhunderte so etwas wie ein „erotisches Kapital“ darstellten. Diese auf dem Heiratsmarkt und in illegitimen Liaisons bewusst eingesetzte Währung ermöglichte es Frauen, einen sonst unzugänglichen ökonomischen oder sozialen Status zu erreichen. Dass bei diesem Tauschhandel ihre sexuellen Bedürfnisse angedeutet, aber nicht unbedingt befriedigt wurden, mussten sie angesichts mangelnden Wissens über die weibliche Sexualität und in Anbetracht rigider Moralvorstellungen hinnehmen.

Erotische Freiheit und fehlende Selbstbestimmung

Heute ist die Situation anders. Die Chancen für den sozialen Aufstieg und Reichtum sind zwischen den Geschlechtern zwar noch nicht gleich, aber auf der Seite der Frauen grösser als je zuvor. Das fundierte Wissen über weibliche Sexualität ist vorhanden und gut zugänglich und die Einschränkungen der Religion sind weggefallen. Wie steht es aber um die weibliche Selbstbestimmung in der Sexualität in dieser neuen Epoche der Befreiung? Die junge Philosophin Margret Stokowski gibt in ihrem Buch «Untenrum frei» folgende Antwort: «Während wir glauben, wir hätten die Fesseln des Patriarchats längst gesprengt, haben wir nur gelernt in ihnen shoppen zu gehen». Dabei bezieht sie sich auf die Tatsache, dass sehr viele Frauen in den erotischen Begegnungen immer noch auf ihr erotisches Vergnügen verzichten. Dies bestätigen Psychologinnen und Sexologinnen wie Martha Meana, Peggy Orenstein, Tabea Freitag und Sandra Konrad, die sowohl mit reifen als auch mit jungen Frauen arbeiten. Die Forscherinnen machen darauf aufmerksam, dass vielen Frauen von heute der Zugang zum eigenen sinnlichen Empfinden fehlt. Oft wissen sie kaum, was sie wollen, und lassen sich deshalb auf sexuelle Praktiken ein, die ihnen keinen Spass bereiten. Sie täuschen den Männern ihre Erregung vor und stellen das eigene Vergnügen hintenan. Woran liegt es, dass viele Frauen selbst nach der sexuellen Revolution so bereitwillig Männer befriedigen und so wenig Engagement für die Erfüllung ihrer eigenen sexuellen Wünsche zeigen?

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Stoffdruck für das neue Korsett von Beata Sievi Corset Artist

Psychologische Forschungen nennen unterschiedliche Gründe. Erstens sind viele Frauen immer noch überzeugt, dass sie durch sexuelle Unterwerfung das Interesse des Mannes gewinnen oder dieses erfolgreich aufrechterhalten können. Insbesondere, wenn es um die erste Verliebtheit geht, steht die Sexualität im Dienst der Bindung und wird unbewusst instrumentalisiert. Hier ist das eigene Vergnügen noch involviert, aber das erotische Potential wird oft nicht ausgeschöpft, weil Mädchen ihre Climax und all das, was zu ihr führen könnte, von ihren jungen Partnern nicht einzufordern wissen. Auch in Langzeitbeziehungen kommen viele Frauen nicht auf ihre Kosten, weil ihnen die Lust mit den Jahren abhandenkommt. Gefangen in dem Modell der monogamen Ehe, verzichten sie auf erregende Abenteuer und zwingen sich, die eheliche Pflicht auch ohne Lust zu erfüllen.

Als zweite Gruppe der Motive, weshalb Frauen auf die männlichen sexuellen Wünsche reagieren, auch wenn sie selbst dabei nicht erregt sind, nennen die Forscher Befriedigung unterschiedlicher sozialer Bedürfnisse. In vielen persönlichen Interviews und Fragebogen mit Heranwachsenden zeigt sich, dass vor allem Fellatio eine verbreitete Praktik ist, die nur von den Männern mit körperlicher Lust betrieben wird. Junge Frauen hingegen schildern sie als eine „unpersönliche Angelegenheit“ und sie vergleichen Oralverkehr sogar mit einem Zahlungsmittel, das ihnen besondere Dienste leistet. Ganz anders als vor 30 Jahren, als orale Stimulation noch als Zeichen einer ganz grossen Intimität galt.

Das neue Korsett von Beata Sievi Corset Artist - Entstehungsprozess
Das neue Korsett von Beata Sievi Corset Artist – Entstehungsprozess

Die Befragungen von Jugendlichen zeigen zwei Hauptmotive, weshalb junge Frauen Männer oral befriedigen, selbst wenn sie dabei weder emotionell engagiert noch erregt sind. Einerseits versuchen sie damit in Situationen grossen Drucks – bis hin zur Erpressung – den Partner mit oralem Sex zu besänftigen, ohne in den Geschlechtsverkehr einwilligen zu müssen. Die Häufigkeit, mit welcher sie diese Strategie anwenden, deutet daraufhin, dass männliche Dominanz im heutigen Dating sehr oft vorkommt und es den Frauen an anderen Mitteln, damit umzugehen, komplett fehlt. Zudem gibt es, aller Aufklärung zum Trotz, heute noch Frauen, die glauben, dass Männer aufgrund der hormonellen Unterschiede von der sexuellen Spannung befreit werden müssen und dass Verantwortung dafür einer Frau obliegt. Als zweites Motiv für ihre Fügsamkeit führen viele Mädchen an, dass eine Einwilligung in Fellatio ihnen „die richtige Art der Popularität“ unter den Männern einbringt und ihren Status in der Peer-Gruppe erhöht. Offenbar setzt hier die von Männern produzierte Pornografie bereits im Alltag die Standards dafür, was Frau für einen Mann interessant macht.

Gefragt nach ihrem eigenen Empfinden geben Mädchen zu, dass sie bei solchen Praktiken keinen wirklichen Spass haben. „But it’s definitely not the physical side of it, because that’s so gross and it really hurts my throat. I mean, it’s sort of fun getting in the rhythm of it. But it’s never fun fun”, meinte eine 18-Jährige, die von Peggy Orenstein interviewt wurde. Diese Haltung unterstützen bedauerlicherweise zahlreiche Frauenzeitschriften, indem sie nicht nur einfache Tipps für Fellatio abgeben, sondern auch – wie z.B. in der Online-Version von Glamour und Freundin – Frauen belehren, wie es möglich ist, sogar den Würgereflex abzutrainieren, um den berühmten „Job“ besser zu verrichten.

„Würde die Menschheit dieselben Anstrengungen in die Raumfahrt stecken, wie die Redaktionen von Frauenzeitschriften in Blowjob-Ratgeber, könnten wir längst zum Kaffeetrinken auf den Mars“ – bringt es Margret Stokowski auf den Punkt.

Auch ich betrachte die gegenwärtige Situation als höchst problematisch und alarmierend. Das grösste Potential der Sexualität liegt in der Reziprozität! Sexuelle Praktiken, in welchen männliche Bedürfnisse nach sexuellem Vergnügen selbstverständlich befriedigt werden, während die Frau ihre körperlichen und emotionalen Empfindungen gänzlich abspalten muss, um daraus irgendeinen sekundären psychischen oder sozialen Nutzen zu ziehen, kreieren ein ungesundes strukturelles Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern. Sie entfremden beide Agierende vom Glückspotential, das einer reziproken erotischen Begegnung innewohnt. Eine derartige Instrumentalisierung der weiblichen Sexualität untergräbt zudem die Integrität der Frau und zementiert die patriarchalen Strukturen.

“Orgasm is a human right”

Die erotische Anziehung zwischen den Menschen ist eine Urkraft. Von Anbeginn meiner Arbeit als Korsettdesignerin habe ich mich als Botschafterin dieser Kraft verstanden. Meine Korsetts sind dazu bestimmt, in den heterosexuellen Beziehungen die weibliche Verführungskraft zu bestärken. In meinen Kreationen sehen Frauen so aus, wie sie sich wünschen und wie das männliche Auge es erträumt. Der begehrende Blick eines Mannes vermag dafür die weiblichen Sinne anzuregen. Hier stehen sich beide Geschlechter in ihrer vollen Potenz als gleich starke Wesen gegenüber. Dieses Potenzial soll aber auch in der sinnlichen Begegnung Entfaltung und Kulmination finden. Um dies zu erleben, müssen Frauen sich dazu entscheiden, ihr sexuelles Vergnügen einzufordern.

Literatur:

The corset. A cultural history, Valerie Steele
Warum Liebe weh tut. – Eva Illouz, Surkamp 2016
Girls & Sex: Navigating the Complicated New Landscape.- Peggy Orenstein, Paperback 2017
Die versteckte Lust der Frauen. – Daniel Bergner, Knaus 2014
Emotionale Gewalt durch Pornografie und frühe Sexualisierung. -Tabea Freitag in: Bindung und emotionale Gewalt – Karl Heinz Brisch(Hrsg.), Klett-Cotta 2017
Das beherrschte Geschlecht – Sandra Konrad, Piper 2017
Untenrum frei. – Margret Stokowski, Rowohlt 2017

As a trained psychologist and tailor I always aimed for deeper understanding of fashion, seduction and gender roles and I used to see the corset as a mean of women`s subjective erotic play. It was the author of the book “The Corset. Cultural history” Valerie Steel, who helped me to understand the corset in this way and her concept of eroticism in fashion influenced my work as corset designer for past twenty years.
In the very last time however I was faced with researches showing the alarming lack of subjectivity of young women, rooted in attachment insecurity and being trapped in standards of pornographic culture. Sociological analyses of Eva Illouz led my finally to the conclusion that it is time to take apart from my artistic activity in corset-making and come back to psychology.
My last creation was an attempt for the artistic interpretation of corset as a symbol of women’s subjectivity. After long reflection I came to conclusion that only as clear statement, as the one I have placed on my corset, can make it nowadays clear, what Eva Illouz postulates in her lectures and books, f.i. “Why love hurts”. She stats that the beauty and its enhancement built the erotic asset of women in the past but she points out, that it was the only capital, which could have been exchanged for either love or social status in order to participate in the men’s power. As my own research on the history of sexuality shows this exchange didn’t included the right for erotic pleasure, which is particularly sad for such erotic garment as corset. After this reflection I came to conclusion that instead of enhancing women’s seductive power it is more important to encourage them to invest in their education and professional skills as a way to obtain the social acknowledgement and support them in their quest for sexual pleasures. The corset might still be occasionally a mean of erotic play but only if this is a play on equal footing and the gain is no other than mutual sensual pleasure.

Beata Sievi Corset Artist 2
Beata Sievi Corset Artist, the last corset, July 2019

 

Olga Kaminska im Belle Époque Korsett

Beata Sievi und Olga Kaminska
Korsett-Designerin Beata Sievi und Model Olga Kaminska, Bild: Ewald Vorberg 2018

Es freut mich die Dritte Bilder-Serie der letzten Fotosession mit Olga Kaminska und Ewald Vorberg  publizieren zu dürfen. Das schwarz-weisse Belle Époque Korsett entstand im Winter letzten Jahres und wurde nun zum ersten mal in Szene gesetzt. Olga Kaminska ist ein erfahrenes Model und verkörpert die Schönheit und die Sinnlichkeit, die ich mit meinen Kreationen assoziiere. Für mich war die Zusammenarbeit ein besonderes Erlebnis, weil sie, wie ich, aus Polen kommt. Die gemeinsame Sprache, die gegenseitige Sympathie  und Olgas authentische Begeisterung für meine Korsetts haben zum Erfolg dieser Fotosession zusätzlich beigetragen.

Olga Kaminska im Korsett von Beata Sievi Corset Artist, Bild: Ewald Vorberg
Olga Kaminska im Korsett von Beata Sievi Corset Artist, Bild: Ewald Vorberg

Das Korsett ist verkäuflich. Gr.38, Preis CHF 1800, Massanfertigung je nach Grösse und Figur ca. CHF 2400-2900. Gerne vereinbare ich mit Ihnen einen Anprobe- oder Beratungstermin: atelier@entrenous.ch.

Ein neues Boudoir Korsett oder vom Reiz der Schönheit

Boudoir Korsett by Beata Sievi Corset Artist, Photography: Ewald Vorberg, Model: Olga Kaminska
Boudoir-corset by Beata Sievi Corset Artist, Photograph: Ewald Vorberg, Model: Olga Kaminska

Die neuste Forschung weist darauf hin, dass wir uns darüber täuschen, was uns wirklich beim anderen Geschlecht anzieht. Als Hauptgründe für den Vorgang des Sich-Verliebens werden  physische Attraktivität, gefolgt von der eigenen Ähnlichkeit mit der anderen Person genannt. Psychologe und Kommunikation-Forscher Steve Duck ging davon aus, dass die Qualität der Konversation ebenfalls ein möglicher Prädiktor von romantischer Anziehung sein könne, allerdings liess sich diese Vermutung experimentell nicht bestätigen, weder bei Männern noch bei Frauen. Somit scheint es bewiesen zu sein, dass es nicht unbedingt der Geist und der Charakter eines Menschen sind, die uns am stärksten einnehmen, was eine Denkerin und berühmte Saloniere des 17 Jh. Ninon Lenclos bereits 1660 feststellte.

Boudoir Korsett by Beata Sievi Corset Artist, Photography: Ewald Vorberg, Model: Olga Kaminska
Boudoir Korsett Beata Sievi Corset Artist, Photograph: Ewald Vorberg, Model: Olga Kaminska

„Was ist die Bestimmung der Frauen? Was verlangt der Mann von ihnen? Es ist unrecht, die Frauen der Eitelkeit und der Leichtfertigkeit zu beschuldigen, weil sie so viel Wert auf die Schönheit legen, tun sie es doch nur, um dem Manne zu gefallen und ihn glücklich zu machen! Ist es nicht wirklich der Reiz unseres Umganges, die Zartheit unserer Sitten, denen der Mann die schönsten Freuden, sein ganzes Glück verdankt? Seien Sie ehrlich! Würden die Wissenschaften, der Ehrgeiz, würde die Tapferkeit, selbst die Freundschaft, von der Sie so viel Wesens machen, allein genügen, um Sie glücklich zu machen? Ganz gewiss nicht. All dies vermöchte nicht, Sie das langweilige Einerlei des Lebens vergessen zu machen, das so erdrückend ist, und Sie würden tief zu beklagen sein.“

Boudoir Korsett by Beata Sievi Corset Artist, Photography: Ewald Vorberg, Model: Olga Kaminska
Boudoir Korsett Beata Sievi Corset Artist, Photograph: Ewald Vorberg, Model: Olga Kaminska

 

„Es ist das Amt der Frauen, diese tödliche Langeweile durch ihre pikante Heiterkeit, durch die fröhliche Grazie ihres Verkehrs mit Euch, zu zerstreuen. Nur durch den Umgang mit den Frauen werden Sie jene köstliche ausgelassene Freude, das liebenswürdige Delirium und jene geistige Trunkenheit kennen lernen, die Sie das Alltagsleben vergessen macht und die ganz mit dem Gefühle erfüllt, glücklich zu sein.“

„Kommen wir zum Schlusse. Wenn es wahr ist, dass Sie das Glück Ihres Herzens nur den liebenswürdigen Eigenschaften der Frauen verdanken – und daran ist wohl nicht zu zweifeln – so können Sie sicher sein, dass auch Sie den Frauen nur durch ähnliche Vorzüge gefallen werden. Ihr Männer rühmt Euch Eurer Solidität, Eurer Kenntnisse usw. Aber sagen Sie, würde das Leben nicht grenzenlos langweilig und öde sein, wenn Sie dazu verdammt wären, nur mit Tugendhelden, Gelehrten und Philosophen umzugehen. Steifen Sie sich also nicht darauf, in dem Sinne, wie Sie es meinen, sich als bedeutenden Mann aufzuspielen. Als Verdienst werden nur die Eigenschaften betrachtet, die die Leute, denen Sie gefallen möchten, zu verstehen und zu schätzen wissen. In der Liebeskunst, mein Herr Marquis, gibt es eigene, ganz besondere Gesetze, und im Reiche der Liebe ist nur der Liebenswürdige ein weiser Mann.“ (Briefe der Ninon Lenclos, Insel Verlag 1989)

Boudoir Korsett by Beata Sievi Corset Artist, Photography: Ewald Vorberg, Model: Olga Kaminska
Boudoir-corset by Beata Sievi Corset Artist, Photography: Ewald Vorberg, Model: Olga Kaminska

Das Türkis-rote Boudoir-Korsett in der Gr. 38, mit einem Reissverschluss vorne und einer Schnürung hinten, angefertigt aus einem seltenen Baumwolle Pique-Stoff und aus einer kostbareren St.Galler Spitze, die von Hand angenäht wurde, ist ein Unikat. Das Korsett kann in meinem Atelier anprobiert und sofort gekauft werden. Preis: CHF 2190 ohne Strapsen, CHF 2490 mit Strapsen. Das Modell kann auch in anderen Grössen und in anderen aparten Farbkombinationen angefertigt werden. Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme unter: atelier@entrenous.ch

Massanfertigung bei Beata Sievi Corset Artist in Winterthur
Massanfertigung bei Beata Sievi Corset Artist in Winterthur

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Olga Kaminska wearing a corset made by Beata Sievi, Photography: Ewald Vorberg